Katzen helfen

Jedes Jahr aufs Neue stehen Tierschutzvereine und Tierheime vor dem gleichen Dilemma: einer Flut von ausgesetzten, verwilderten Katzen und kranke Katzenwelpen. Die Zahl der unkastrierten, verwahrlosten und hilfebedürftigen Katzen lassen uns Tierschützer schnell an unsere Aufnahmekapazitäten und auch finanziellen Grenzen stoßen.

Kastration und Aufklärungsarbeit
Da eine bundeseinheitliche Regelung zur Katzenschutzverordnung noch auf sich warten lässt, sind wir Tierschützer auf uns allein gestellt und leisten Aufklärungsarbeit, wo es nur geht. So haben wir in den ersten acht Monaten des Vereinsjahres 2010 zweiunddreißig erwachsene, zahme Katzen und neunzig Katzenwelpen in den Pflegestellen aufgenommen, kastriert und vermittelt. Darüber hinaus ließen wir über 200 wilde Katzen kastrieren. Mit Flyern und Presseartikeln machen wir auf das Defizit in der Katzenhaltung aufmerksam und hoffen, damit möglichst viele Katzenhalter zu erreichen und sie davon zu überzeugen, ihre Katzen rechtzeitig kastrieren zu lassen. Lesen Sie hier die wahre Geschichte von Minka und ihren Jungen – was erst so ‘nett’ beginnt, hat ein trauriges Ende. Das müßte nicht sein…

Die vier Phasen des Katzen-Elends

Phase 1 – unschuldig und niedlich
Zauberhaft und schön anzusehen. Diese Welpen sind acht Wochen alt und leben in einem Privathaushalt. Die ganze Familie ist begeistert und erzählt: “Die sind ja noch niedlicher als kleine Stofftiere! Man kann sich gar nicht an ihrem Anblick satt sehen. Gut, dass unsere Minka mal geworfen hat.”

Phase 2 – lebensfroh und schon trächtig
Die hübschen Jungkatzen der Familie sind nun sechs Monate alt. Drei der Katzen hat die Familie verschenkt. Für die anderen fünf hat sie keine Abnehmer gefunden. Minka mit ihren fünf verbliebenen Kindern belagert Haus und Garten. Niemand von der Familie ahnt, dass einige von Minkas Kindern im Alter von sechs Monaten bereits trächtig sind. Schade, dass die Jungkatzen nicht  rechtzeitig kastriert worden sind.

Phase 3 – selbst noch Kind und schon Mutter
Drei von Minkas Kindern – gerade mal neun Monate alt – sind nun selbst Mutter geworden. “Oje, damit haben wir gar nicht gerechnet! Was sollen wir denn nun mit so vielen Katzen machen?”, ist die Reaktion der Familie. Nachbarn, Bekannte, Freunde – alle sind bereits mit Katzen versorgt. “Und die ganzen Kosten! Nein, das geht bei uns nicht.” Ratlosigkeit bei der Familie.

Phase 4 – überflüssig und entsorgt
Keiner wollte sie haben, Minkas Enkelkinder. Für impfen, entwurmen etc. war kein Geld da. Sie werden lästig, vor allem als sie dann auch noch krank werden. Die ungeimpften jungen Katzen haben sich einen Virus eingefangen, sie sind mit Parasiten befallen, von Durchfall geplagt und teils durch Katzenschnupfen erblindet. Krank und ausgemergelt streunen sie in der Gegend herum. Keiner fühlt sich mehr verantwortlich für diese überflüssigen, durch Krankheit gezeichneten Tiere. Sie sind verlassen – entsorgt.

Minkas Enkelkinder sind leider das lebende Beispiel inkonsequenter, falscher Tierliebe und Tierhaltung in Privathaushalten. Wer seine Katze/seinen Kater nicht mit dem 6. Lebensmonat kastrieren lässt, macht sich mitschuldig an diesem Elend!

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