Mittelmeer Erkrankungen


Viele unserer Tierschutzhunde kommen aus dem Süden – entweder aus Kreta oder Spanien. In den südlichen Ländern gibt es die sogenannten ‘Mittelmeererkrankungen’, die durch Zecken und Mücken übertragen werden. Zu den gängigsten Mittelmeererkrankungen zählen die Leishmaniose, die Ehrlichiose, die Babesiose und die Dirofilariose.

Erster Test vor Ort
Bevor wir die Hunde mit Hilfe von Flugpaten einreisen lassen, werden sie auf die vor Ort am häufigsten vorkommende Mittelmeererkrankung getestet, um das Risiko einer Einschleppung möglichst gering zu halten. Eine Ausnahme bilden Welpen, da hier die Testergebnisse noch nicht wirklich aussagekräftig sind. Da Welpen jedoch nur kurze Zeit im Süden gelebt haben, ist das Risiko relativ gering, dass sie sich bereits infiziert haben. Bei der Vermittlung eines Hundes aus dem Süden weisen wir immer ausdrücklich darauf hin (Bestandteil des Vermittlungsvertrages), dass wir dazu raten, einen zweiten umfassenden, ‚großen’ Mittelmeer-Test nach ein paar Monaten machen zu lassen. Es ist wichtig, eine eventuelle Krankheit rechtzeitig zu erkennen, um sie erfolgreich behandeln zu können. Die Preise für den großen Mittelmeertest variieren je nach Tierarzt und Labor. Richtwert: ca. 100,- Euro. Wichtig für alle Hundehalter:Hunde, die aus dem Süden kommen, sollten spätestens bei Erkrankung jeglicher Art mit ungewöhnlich schlechtem Therapieerfolg auf die diversen Reisekrankheiten hin untersucht werden.

Hier ein paar kurze Informationen
Die Babesiose wird durch die Auwaldzecke übertragen. Bei der Babesiose werden die roten Blutkörperchen von Parasiten befallen und zerstört. Blutarmut, hohes Fieber und Gelbsucht sind die Folge. Rechtzeitig erkannt, läßt sich die Babesiose gut behandeln.
Diagnose: Blutuntersuchung
Therapie: Injektionen
Prognose: bei geringgradiger Erkrankung günstig, bei schwerwiegenden Symptomen zweifelhaft
Prophylaxe: Zeckenbekämpfung

Die Ehrlichiose wird durch die braune Hundezecke übertragen. Ihre Erreger sind Bakterien, die sich im Knochenmark vermehren. Sie führen zur Verminderung der Thrombozyten und zu einer Blutungsneigung. Symptome sind Fieber, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Atemnot, Schlappheit, Erkrankungen der Lymphknoten, Schwellungen der Gliedmaßen und Hoden sowie Blutungen. Unbehandelt kann die Ehrlichiose tödlich enden.
Diagnose: Blutuntersuchung
Therapie: Antibiotika in Tablettenform
Prognose: in leichten Fällen günstig, in schwerwiegenden Fällen zweifelhaft
Prophylaxe: Zeckenbekämpfung

Die Leishmaniose wird nicht durch Zecken , sondern durch Sandmücken übertragen. Die Leishmaniose schädigt beim Hund verschiedene Organe wie Knochenmark, Milz, Leber, Nieren und Lymphknoten. Die Hunde magern ab, haben teilweise Haarverlust und schwere Hautveränderungen. Eine Infektion bleibt unbehandelt evt. symptomlos, kann aber auch im Extremfall sogar tödlich verlaufen.
Diagnose: Blutuntersuchung
Therapie: Injektionen / Tabletten
Prognose: in leichten Fällen günstig, aber evt. lebenslange Tablettengabe notwendig, in schwerwiegenden Fällen zweifelhaft
Prophylaxe: Sandmückenbekämpfung mit Präparaten gegen Flöhe, Zecken und Sandmücken

Die Dirofilariose, die Herzwurmerkrankung, wird durch Mücken übertragen. Die Herzwürmer können bis zu 20 cm lang werden und parasitieren meist in den Lungenarterien und dem rechten Herzen. Unbehandelt kann die Krankheit beim Hund tödlich verlaufen.
Diagnose: Röntgenbild / Blutuntersuchung
Therapie: Injektion
Prognose: in leichten Fällen günstig, in schwerwiegenden Fällen zweifelhaft
Prophylaxe: Medikamentenverabreichung vor bzw. während eines Auslandaufenthaltes schützt gut.
Symptome: Leistungsschwäche, Husten

Zu beachten ist, dass Präparate gegen Zecken und Sandmücken niemals den Kontakt mit diesen Überträgern vollständig verhindern können. Ansteckungsmöglichkeit ist also trotz Vorsorge gegeben! Es wird darum angeraten, einen Hund nicht in die entsprechenden Länder mitzunehmen.

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