Tiere aus dem Süden

Foto: Hunde in einer Tötungsanstalt auf Gran Canaria

” Warum Tiere aus dem Süden holen? Hier in Deutschland gibt’s genug davon!”
Unser Verein kooperiert mit Tierschutzorganisationen auf Mallorca, Gran Canaria und Kreta. Wenn unsere Pflegestellen Kapazitäten frei haben, d.h. dass sie nicht durch deutsche Hunde belegt sind, nehmen sie auch Tiere aus dem Ausland auf. Wir arbeiten schon viele Jahre mit drei Tierschutzorganisationen in Spanien und auf Kreta zusammen. Natürlich werden wir immer wieder gefragt: “Warum holen Sie Hunde aus dem Ausland? Hier sitzen doch genug in den Tierheimen.” Die Antwort darauf findet sich sehr schnell, wenn Sie sich ein spanisches ‚Tierheim’ ansehen.

Traurige Realität im Süden
Streunende Hunde werden dort auf der Straße aufgegriffen und zusammen mit anderen Leidensgenossen in kleinste Zwinger gesperrt. Die Ernährung ist schlecht, die Hunde sind abgemagert, teilweise verletzt. Bestialischer Gestank zeugt von der Sauberkeit der Zwinger. Wenn die Zwinger überfüllt sind, ‘räumt’ der Tierarzt mit der Giftspritze auf, damit es wieder Platz für andere Hunde gibt.  Die Hunde, die einmal in einer dieser Tötungsanstalten sitzen, haben wenig Chancen, dort wieder lebend heraus zu kommen. Nur selten machen sich Einheimische, die sich für einen Hund interessieren, auf den Weg zu den oft sehr abgelegenen Tötungsanstalten. Es ist doch viel einfacher, in eines der vielen Tiergeschäfte zu gehen, wo die kleinen Welpen in Käfigen oder Glasbehältern am Fenster auf Käufer warten. Oder man kauft sich schnell einen Hund auf dem Markt.

Im Vergleich dazu geht es den Hunden in deutschen Tierheimen sehr gut – denn sie werden besser versorgt und müssen nicht um ihr Leben fürchten.

Eine Tötungsanstalt auf Gran Canaria
Ein weißer LKW kommt durch das Tor der Tötungsanstalt  gefahren.  Zwei uniformierte Männer steigen aus und öffnen die Heckklappe. Zwölf Hunde springen heraus: junge, alte, fröhliche, verstörte, gepflegte und struppige. Eine hübsche, schwarz-weiße Terrierhündin hat sich ängstlich zitternd in einer Ecke des Wagens verkrochen.  Wer hat diese niedliche Hündin wohl abgegeben?  Auch diese Hündin wird aus dem Wagen geholt und in einen Zwinger gesperrt. Dann beginnt die Wartezeit von 21 Tagen. 21 Tage verbringen die Hunde in der Tötungsanstalt – danach können sie eingeschläfert werden, damit es wieder Platz für neue Hunde gibt.

Schutzengel’ für Hunde
Für einige Hunde gibt es jedoch auch Rettung: die Münchnerin Michaela Mulzer, die seit vielen Jahren auf der Insel Gran Canaria lebt, holt immer wieder einen Schwung Hunde aus der Tötungsanstalt heraus, lässt sie tierärztlich (auch auf Mittelmeer-Erkrankungen) untersuchen. Die Hunde werden geimpft, gechippt und kastriert. Danach sucht Michaela Mulzer für die Hunde gute Familien oder Pflegeplätze in Deutschland. Unser Verein arbeitet mit ihr zusammen und übernimmt hin und wieder Hunde von ihr, vorausgesetzt, wir haben hier in Deutschland Pflegestellen frei.

Hund als Gebrauchsgegenstand…
Zurück zum weißen LKW: Alle Hunde sind abgeladen, doch ein großer, weißer Hund liegt noch auf der Ladefläche und bewegt sich nicht. Die Männer hieven ihn zu zweit heraus. Teilnahmslos liegt er auf dem Boden. Ist er tot? Nein, die Augen sind geöffnet und er atmet. Er riecht nach Schweinestall und an seinen Beinen klebt bis zu den Schultern der Mist. Am Hals sind tiefe Eingrabungen von einer Kette. Er teilt das Schicksal vieler spanischer Hunde, die auf dem Land als Hüter eines Verschlages mit Kleinvieh eingesetzt werden. Die Hunde fristen ein trostloses Dasein an der Kette – ohne Kontakt zu anderen Hunden und Menschen. Einmal am Tag kommt der Besitzer und schaut nach seinen Nutztieren. Der Hund bekommt einfach ein paar Futterbrocken hingeworfen. Nicht selten findet Michaela in solchen Futternäpfen Tomaten, Paprika – teilweise noch in der Papierverpackung. Von artgerechter Fütterung keine Spur. Unser weißer Hund hat seine Funktion als Wächter erfüllt und beendet sein Hundeleben in der Tötungsanstalt. In spätestens 21 Tagen ist es vorbei.

Nähere Informationen zu den Umständen auf den Kanarischen Inseln und wie man als deutscher Tourist (z.B. als Flugpate) helfen kann, finden Sie unter www.armehunde.com oder unseren Verein, Ansprechpartner: antje.firmenich@web.de

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