Ein fester Platz in unserem Herzen
Sie waren unsere Schützlinge, begleiteten uns teilweise über Wochen, Monate oder Jahre, der eine länger, der andere entsetzlich kurz. Unsere Pflegefamilien gaben ihnen einen Platz an ihrer Seite. Viele dieser Geschöpfe hatten hier erstmals ein eigenes Körbchen, bekamen regelmässig Futter oder lernten die Menschen von einer liebenswerten Seite kennen. Leider kam viel zu schnell der Tag, an dem wir diese uns anvertrauten Tiere hergeben mussten. Sie haben ihren festen Platz gefunden… in unseren Herzen. Für uns bleiben sie unvergessen.
Candy: Abschied nehmen mußten wir im September 2008 von unserem 30-jährigen Pflegepferd Candy. Sieben Jahre hatte die alte Dame bei uns noch ein schönes Leben, nachdem wir sie mit zwei Kameraden im Jahr 2001 aus schlechter Haltung freikauften. Unsere Pferdefrau im Verein, Annette Vossel, hat sie in den Jahren liebevoll umsorgt, gepflegt und bis zum Schluss begleitet. Annette, wir danken Dir für die viele Mühe und Energie, die Du in unsere Candy gesteckt hast.
Bobby: Bobby war schon ein richtig alter Herr, als er mit 15 Jahren seinen Besitzer verlor. Völlig verstört durch den Tod seines Herrchens und den Verlust seines Zuhauses kam er in unserer Pflegestelle an. Sein Pflegefrauchen, Julia Nickenig, betreute und umsorgte den liebenswerten Rüden fast vier Jahre und blieb an seiner Seite, als er über die Regenbogenbrücke ging. Wir danken Julia Nickenig für ihren Einsatz und die Liebe, die Bobby bei ihr erfahren durfte.
Chanel: Über zwei Wochen kämpften wir um das Leben dieser ausgesetzten Katze. Doch ihr ausgemergelter Körper war bereits zu sehr geschwächt und ausgetrocknet. Wir mußten Chanel schweren Herzens gehen lassen und haben sie auf ihrem letzten Weg begleitet. Herzlichen Dank an Jessica Stoll, die für Chanels Leben gekämpft und doch verloren hat.
Kater Felix wurde in einem katastrophalen Zustand aufgegriffen. Über drei Monate versorgten wir ihn medizinisch und päppelten ihn auf. Er hatte sich wieder zu einem Prachtburschen entwickelt und schnell fanden sich neue Besitzer. Diese stellten ihn einen Tag nach Einzug dem zukünftigen Tierarzt vor. Der Tierarzt machte einen Schnelltest (sehr unzuverlässig!!), stellte Leukose fest und schläferte Kater Felix sofort ein. Wir hätten Felix auf der Stelle zurückgenommen – doch man gab uns keine Chance!
Mädchen: geboren, gelitten und gestorben auf Kreta. Unsere Tierschutz-Freunde auf Kreta fanden ‘Mädchen’ mehr tot als lebendig und ließen nichts unversucht, ihr zu helfen. Wir hätten sie gerne in einer Pflegestelle aufgenommen, um ihr so den Start in ein neues, behütetes Leben zu ermöglichen. Leider hat ihr Körper die Strapazen der letzten Monate und Jahre nicht verkraftet … sie wurde Ende Januar 2009 von ihren Leiden erlöst, noch bevor sie zu uns ausfliegen konnte.
Die dreizehn Jahre alte Jenny gehörte einer alten Dame, die nicht mehr mit der Hündin spazieren gehen konnte. Jenny wurde nur noch in der Wohung gehalten und mußte dort auch ihr Geschäft verrichten. Als wir sie übernahmen, mußte Jenny zunächst wieder laufen lernen. Viele Monate verbrachte Jenny in einer Pflegefamilie und lebte sich dort gut ein. Da ihr Gesundheitszustand sich immer mehr verschlechterte, sahen wir von einer weiteren Vermittlung ab. Jenny durfte bei Marion Schnee bleiben, die sich rührend um sie kümmerte, bis die Hündin im März 2009 verstarb.
Über ein Jahr lebte die betagte Dolly bei ihrem Pflegefrauchen Uschi Didier. All unsere Vermittlungsversuche scheiterten an Dollys mangelnder Stubenreinheit und ihren Zuständen geistiger Verwirrung. Uschi Didier entschied sich schließlich, die Hündin bis zu ihrem Tod zu behalten, um dem Tier weiteren Stress zu ersparen und ihr einen schönen Lebensabend zu schenken. Dolly genoss die langen Spaziergänge mit Uschi Didier, liebte es, ausführlich im Garten herumzustromern und ihren warmen Platz auf dem Kuschelsofa. Als Dolly eines Tages nicht mehr rausgehen wollte, wußte Uschi Didier, dass ihre Tage gezählt waren. Selbst bei kurzen Spaziergängen legte Dolly sich hin und streikte. Es war ganz deutlich: sie konnte einfach nicht mehr. Im März 2009 wurde Dolly in den Armen von Uschi Didier zu Hause eingeschläfert. Danke Uschi!
Yannis - Dein Leben stand unter keinem guten Stern. Geboren als griechischer Streuner kamst Du in eine Welt, wo niemand Dich verstanden hat und auch nicht verstehen wollte. Du warst etwas ganz Besonderes, hast unser Herz berührt. Wir wollten Dich nicht aufgeben, sondern Dir helfen, Deine Vergangenheit zu verarbeiten. Jetzt hoffen und wünschen wir uns, dass Du den Platz gefunden hast, den Du zu Lebzeiten schon verdient hattest – kuschelig weich, schmerzfrei! Du wirst uns immer in Erinnerung bleiben. Wir danken den Pflegestellen für die aufopfernde und liebevolle Betreuung von Yannis.
Michetta & Enzo - verwahrlost, unterernährt und in einem desolaten Gesundheitszustand kamen Mischetta und Enzo im Mai 2010 als Abgabetiere zu uns. Ihr Herrchen hatte sich die letzten Monate kaum noch um die Tiere gekümmert. Enzos Krallen waren rund in seine Ballen eingewachsen, er konnte kaum noch gehen. Außerdem hatte er einen Tumor im Maul. Das Fell der Langhaarkatzen war verklebt und verfilzt. Enzo musste komplett geschoren werden. Da eine Vermittlung zu zweit aussichtlos war, durfte das Geschwisterpaar zu Gaby und Ludwig Schabel in Dauerpflege umziehen. Dort wurden sie liebevoll umsorgt, gehegt und gepflegt. Es gab Schmusestunden und Streicheleinheiten satt. Leider starb Mischetta sechs Wochen später an akutem Nierenversagen – Enzo folgte ihr nur zwei Wochen darauf. Wir danken Gaby und Ludwig, dass sie beide Tiere in ihre Obhut genommen und den Samtpfoten noch eine schöne, wenn auch viel zu kurze Zeit geschenkt haben.
Shitan wurde von uns vor vielen Jahren freigekauft, als er auf den Schlachttransporter nach Italien gehen sollte. Aufgrund seiner unheilbaren Krankheit (Ataxie) sind alle Vermittlungsversuche gescheitert. So durfte Shitan, dank einiger Paten und Spender, mehr als sieben Jahre ein glückliches Pferdeleben bei Annette Vossel genießen. Als Shitans Erkrankung sich so sehr verschlimmerte, dass er oftmals stolperte und manchmal sogar in seiner Box umfiel, traf Annette Vossel mit dem Tierarzt die schwere Entscheidung, Shitan gehen zu lassen. Am 14. Dezember 2010 wurde der Wallach eingeschläfert. Unser herzliches Dankeschön gilt zum einen allen Paten und Spendern, die Shitan dieses Leben ermöglicht haben. Zum anderen bedanken wir uns bei Annette Vossel, die alles getan hat, um Shitan ein paar schöne Pferdejahre zu schenken.
Fidu: der blinde Fidu war bereits ca. 14 Jahre, als er im Oktober 2006 wegen einer Zwangsversteigerung des Wohnhauses bei uns abgegeben wurde. Fidu war anfangs sehr unruhig und wollte nicht angefasst werden. Wir stellten fest, dass er unter einem sehr hohen Augendruck litt und starke Schmerzen hatte. Letztlich blieb uns nicht anderes übrig, als beide Augen entfernen zu lassen. Nach der Operation veränderte sich Fidus Verhalten und er suchte den Kontakt zum Menschen. Alle Vermittlungsversuche scheiterten jedoch an dem sicheren Freigang für einen blinden Kater. Und so durfte er bei Silke Riehmann in Dauerpflege bleiben, wo er sich zum Liebling aller Hunde, Katzen und Menschen entwickelte und Freigang im eingezäunten Garten genoß. Er liebte es, im Gras zu liegen und das Gelände zu inspizieren. Im Dezember 2010 musste Pflegefrauchen Silke Riehmann den traurigen Entschluss fassen, ihn einschläfern zu lassen und stand ihm auf seinem letzten Weg zur Seite. Vielen Dank, liebe Silke, dass Du wieder einmal einem behinderten Tier eine wunderschöne Zeit geschenkt hast.