‘Tiere aus dem Süden’

Mittelmeer-Erkrankungen

Mittwoch, 14. Januar 2009

Mittelmeer-Erkrankungen

Viele unserer Tierschutzhunde kommen aus dem Süden – entweder aus Kreta, Gran Canaria (Kanarische Inseln) oder Granada/Spanien. In den südlichen Ländern gibt es die sogenanten Mittelmeererkrankungen, die durch Zecken und Mücken übertragen werden. Zu den gängigsten Mittelmeererkrankungen zählen die Leishmaniose, die Ehrlichiose, die Babesiose und die Dirofilariose (Herzwurmerkrankung). Bevor wir die Hunde aus dem Ausland einfliegen lassen, werden sie auf die vor Ort am häufigsten vorkommende Mittelmeererkrankung getestet, um das Risiko einer Einschleppung möglichst gering zu halten. Eine Ausnahme bilden Welpen, da hier die Testergebnisse noch nicht wirklich aussagekräftig sind. Da Welpen jedoch nur kurze Zeit im Süden gelebt haben, ist das Risiko relativ gering, dass sie sich bereits infiziert haben.hundammeer-1500

Bei der Vermittlung eines Hundes aus dem Süden weisen wir immer ausdrücklich darauf hin (Bestandteil des Vermittlungsvertrages), dass wir dazu raten, einen zweiten umfassenden, ‚großen’ Mittelmeer-Test nach ein paar Monaten machen zu lassen. Es ist wichtig, eine eventuelle Krankheit rechtzeitig zu erkennen, um sie erfolgreich behandeln zu können.
Die Preise für den großen Mittelmeertest variieren je nach Tierarzt und Labor. Richtwert: ca. 100,- Euro.

Wichtig für alle Hundehalter:
Hunde, die aus dem Süden kommen, sollten spätestens bei Erkrankung jeglicher Art mit ungewöhnlich schlechtem Therapieerfolg auf die diversen Reisekrankheiten hin untersucht werden.

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Foto links:

Diese hübsche Hündin hat nur  harmlose Flöhe – aber jucken tut’s trotzdem und sie knabbert sich das Fell, um den Juckreiz zu stillen.

Hier kurz ein paar Informationen zu den einzelnen Erkrankungen:

Die Babesiose wird durch die Auwaldzecke übertragen. Bei der Babesiose werden die roten Blutkörperchen von Parasiten befallen und zerstört. Blutarmut, hohes Fieber und Gelbsucht sind die Folge. Rechtzeitig erkannt, läßt sich die Babesiose gut behandeln.
Diagnose: Blutuntersuchung
Therapie: Injektionen
Prognose: bei geringgradiger Erkrankung günstig, bei schwerwiegenden Symptomen zweifelhaft
Prophylaxe: Zeckenbekämpfung

Die Ehrlichiose wird durch die braune Hundezecke übertragen. Ihre Erreger sind Bakterien, die sich im Knochenmark vermehren. Sie führen zur Verminderung der Thrombozyten und zu einer Blutungsneigung. Symptome sind Fieber, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Atemnot, Schlappheit, Erkrankungen der Lymphknoten, Schwellungen der Gliedmaßen und Hoden sowie Blutungen. Unbehandelt kann die Ehrlichiose tödlich enden.
Diagnose: Blutuntersuchung
Therapie: Antibiotika in Tablettenform
Prognose: in leichten Fällen günstig, in schwerwiegenden Fällen zweifelhaft
Prophylaxe: Zeckenbekämpfung

Die Leishmaniose wird nicht durch Zecken , sondern durch Sandmücken übertragen. Die Leishmaniose schädigt beim Hund verschiedene Organe wie Knochenmark, Milz, Leber, Nieren und Lymphknoten. Die Hunde magern ab, haben teilweise Haarverlsut und schwere Hautveränderungen. Eine Infektion bleibt unbehandelt evt. Symptomlos, kann aber auch im Extremfall sogar tödlich verlaufen.
Diagnose: Blutuntersuchung
Therapie: Injektionen / Tabletten
Prognose: in leichten Fällen günstig, aber evt. lebenslange Tablettengabe notwendig, in schwerwiegenden Fällen zweifelhaft
Prophylaxe: Sandmückenbekämpfung mit Präparaten gegen Flöhe, Zecken und Sandmücken

Die Dirofilariose, die Herzwurmerkrankung, wird durch Mücken übertragen. Die Herzwürmer können bis zu 20 cm lang werden und parasitieren meist in den Lungenarterien und dem rechten Herzen. Unbehandelt kann die Krankheit beim Hund tödlich verlaufen.
Diagnose: Röntgenbild / Blutuntersuchung
Therapie: Injektion
Prognose: in leichten Fällen günstig, in schwerwiegenden Fällen zweifelhaft
Prophylaxe: Medikamentenverabreichung vor bzw. während eines Auslandaufenthaltes schützt gut. (Ergänzungsvorschlag zu Ihrem Text: Symptome: Leistungsschwäche, Husten)

Zu beachten ist, dass Präparate gegen Zecken und Sandmücken niemals den Kontakt mit diesen Überträgern vollständig verhindern können. Ansteckungsmöglichkeit ist also trotz Vorsorge gegeben! Es wird darum angeraten, einen Hund nicht in die entsprechenden Länder mitzunehmen.

Flugpaten gesucht

Dienstag, 13. Januar 2009

Wenn unsere Pflegestellen nicht durch Tiere aus der Region belegt sind, nehmen wir auch Tiere aus dem Süden auf und vermitteln sie hier. Die Tiere kommen per Flugzeug nach Deutschland. Sie dürfen jedoch nicht allein auf die Reise geschickt werden, sondern benötigen einen offiziellen Begleiter, den sogenannten ‚Flugpaten’.

Wir suchen Flugpaten, die von  Kreta, Gran Canaria oder Malaga nach Köln oder Düsseldorf fliegen.

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Tiere aus dem Süden

Freitag, 28. November 2008

Tiere aus dem Süden?

Unser Verein kooperiert mit Tierschutzorganisationen auf Mallorca, Gran Canaria und Kreta. Wenn unsere Pflegestellen Kapazitäten frei haben, d.h. dass sie nicht durch deutsche Hunde belegt sind, übernehmen wir bei Anfrage der mit uns kooperierenden Tierschutzorganisationen auch Tiere aus dem Süden. Die Tierschützer in Spanien und Kreta sind uns persönlich bekannt und arbeiten seit Jahren mit uns vertrauensvoll zusammen.Tötungsanstalt

Natürlich sehen wir uns immer wieder mit Fragen konfrontiert, die da lauten: “Warum holen Sie Hunde aus dem Ausland? Hier sitzen doch genug in den Tierheimen.” Die Antwort darauf findet sich sehr schnell, wenn Sie sich ein spanisches ‚Tierheim’ ansehen:

Streunende Hunde werden dort auf der Straße aufgegriffen und zusammen mit anderen Leidensgenossen in kleinste Zwinger gesperrt. Die Ernährung ist schlecht, die Hunde sind abgemagert, teilweise verletzt und bestialischer Gestank zeugt von der Sauberkeit der Zwinger. Wenn die Zwinger überfüllt sind, räumt‚ der Tierarzt mit der Giftspritze auf, damit es wieder Platz für Todeskandidatandere Hunde gibt. Die Hunde, die einmal in einer dieser Tötungsanstalten sitzen, haben wenig Chancen, dort wieder lebend rauszukommen. Nur selten machen sich Einheimische, die sich für einen Hund interessieren, auf den Weg zu den oft sehr abgelegenen Tötungsanstalten. Es ist doch viel einfacher, in eines der vielen Tiergeschäfte zu gehen, wo die kleinen Welpen in Käfigen oder Glasbehältern am Fenster auf Käufer warten. Oder man kauft sich einen Hund auf dem Markt.

Hunde, die das Glück haben, nicht aufgegriffen zu werden, laufen Gefahr, zu verhungern, zu verdursten, vergiftet, erschlagen oder überfahren zu werden. Ihre Chancen stehen genau so schlecht wie die der Hunde in den Tötungsanstalten.

Im Vergleich dazu geht es den Hunden in deutschen Tierheimen sehr gut – denn sie werden besser versorgt und müssen nicht um ihr Leben fürchten.

Beispiel: Tötungsanstalt auf Gran Canaria

Ein weißer LKW kommt durch das Tor der Tötungsanstalt  gefahren.  Zwei uniformierte Männer steigen aus und öffnen die Heckklappe. Zwölf Hunde springen heraus: junge, alte, fröhliche, verstörte, gepflegte und struppige. Eine hübsche Pudelhündin hat sich ängstlich zitternd in einer Ecke des Wagens verkrochen. Wir fragen uns, warum sie wohl hierher gebracht Pures Leidworden ist? Ob ein Reiseleiter in sein Heimatland zurückkehrt und den Hund nicht mitnehmen will oder kann? Vielleicht hat die Familie des Hundes auch ein Baby bekommen und der Vierbeiner ist einfach lästig und überflüssig geworden? Wie dem auch sei: auch dieser Hund wird herausgeholt und in einen Zwinger gesperrt. Dann beginnt die Wartezeit von 21 Tagen. 21 Tage verbringen die Hunde in der Tötungsanstalt – danach können sie eingeschläfert werden, damit es wieder Platz für neue Hunde gibt. Wenige Besucher kommen in die Perrera, liegt sie doch außerhalb, irgendwo versteckt an einer Bundesstraße. Kaum jemand ahnt, dass hinter dem großen weißen Eisentor 300 Hunde und unzählige Katzen auf eine Überlebenschance warten. Meist vergeblich.

Michaela MulzerHeute kommt für ein paar Hunde die Rettung: die Münchnerin Michaela Mulzer, die seit vielen Jahren auf der Insel lebt, holt immer wieder einen Schwung Hunde aus der Tötungsanstalt heraus, lässt sie tierärztlich untersuchen, impfen und kastrieren und vermittelt sie dann nach Deutschland. Unser Verein arbeitet mit ihr zusammen und übernimmt hin und wieder Hunde, wenn wir Kapazitäten, d.h. Pflegestellen, frei haben.

Zurück zum weißen LKW: Alle Hunde sind abgeladen, doch ein großer, weißer Hund liegt noch auf der Ladefläche und bewegt sich nicht. Die Männer hieven ihn zu zweit heraus. Teilnahmslos liegt er nun auf dem Boden. Ist er tot? Nein, die Augen sind geöffnet und er atmet. Michaela und ich sehen uns das Tier genauer an. Er riecht nach Schweinestall und an seinen Beinen klebt bis zu den Schultern der Mist. Am Hals sind tiefe Eingrabungen von einer Kette. Er teilt das Schicksal vieler spanischer Hunde, die vor den Toren einer Stadt oder eines Dorfes als Hüter eines Verschlages mit Kleinvieh eingesetzt werden. Die Hunde fristen ein trostloses Dasein an der Kette – ohne Kontakt zu anderen Hunden und Menschen. Einmal am Tag kommt der Besitzer und schaut nach seinen Nutztieren. Der Hund bekommt ein paar Futterbrocken hingeworfen und das war’s dann. Nicht selten findet Michaela in solchen Futternäpfen Tomaten, Paprika – teilweise noch in der Papierverpackung. Von artgerechter Fütterung keine Spur. Unser weißer Hund hat seine Funktion als Wächter erfüllt und beendet sein Hundeleben in der Tötungsanstalt. In spätestens 21 Tagen ist es vorbei. Vielleicht auch schon früher …Kettenhunde

Nähere Informationen zu den Umständen auf den Kanarischen Inseln und wie man als deutscher Tourist (z.B. als Flugpate) helfen kann, finden Sie unter www.armehunde.com oder über unseren Verein. Ansprechpartner: Antje Firmenich e-mail: antje.firmenich@web.de