Happy Ends

 Janosch – der Herzensbrecher

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Geteiltes Körbchen

Als ich ihn das erste Mal sah, verliebte ich mich sofort in diesen kleinen Hundemann, der auf einem Foto aus wachen Augen hinter den Gitterstäben des rumänischen Tierheims hervorlugte. Obwohl er sich in einer schlimmen Lage befand und sein junges Leben ganz bestimmt nicht einfach war, strahlte er eine unglaubliche Freundlichkeit aus, die mich direkt in den Bann zog. „Ja“, sagte Frau Stoll vom Tierschutz Siebengebirge, „er wird auch als total lieber und sozialer Hund beschrieben.“Bald sollte es auch wieder einen Transport nach Deutschland geben, denn der Tierschutz Siebengebirge hat eine Kooperation mit diesem Tierheim in Rumänien. Und Janosch würde mit von der Partie sein. Ein wenig wunderte ich mich über mich selbst, entsprach dieser kleine Hundemann eigentlich doch so gar nicht meinem „Beuteschema“. Schließlich ist meine Hündin Sally eine langbeinige, kurzhaarige Schönheit, Janosch hingegen ein langhaariger Rüde.
Gute Beratung
Ich blieb in engem Kontakt mit Frau Stoll, die mich intensiv beriet und geduldig und kompetent auf all meine Fragen und manchmal auch Zweifel einging. Schließlich war es soweit. An einem Samstag im Juli kam Janosch an. Ich fuhr direkt am nächsten Tag zu Stolls, die ihn als Pflegestelle aufgenommen hatten, um ihn endlich in natura zu erleben. Im Garten lief mir ein freundliches, quirliges Wiesel entgegen. Ich konnte es kaum glauben, dass er soeben der Hölle des rumänischen Tierheimes entronnen war. Er schien über das ganze Gesicht zu strahlen und erinnerte mich an einen Clown, dessen einziges Bestreben es war, zu gefallen. Aufmerksam beobachtete ich ihn, sah wie sozial und verspielt er im Umgang mit den anderen Hunden war. Das rührte mich sehr.
In Ruhe kennenlernen
Lange blieb ich bei Stolls, die Janosch und mir alle Zeit der Welt gaben, einander in Ruhe kennenzulernen. Auch im Haus konnte ich ihn erleben. Dort ging er teilweise über Tische und Stühle. „In der Wohnung muss er noch einiges lernen“, meinte Frau Stoll gelassen und setzte ihm direkt Grenzen, die er nach einer Weile auch akzeptierte.„Ich finde ihn toll“, sagte ich zum Abschied. „Janosch Sie auch,“ antwortete Frau Stoll lächelnd. Dieser Satz ließ mich nicht mehr los. Immerzu dachte ich an diesen kleinen Kerl, mit den klugen Augen, den unverschämt langen Wimpern und dem Schalk im Nacken.
Sich selbst hinterfragen
Natürlich hinterfragte ich auch mich und meine Alltagssituation. Würde es funktionieren, als berufstätige Frau zwei Hunde zu haben? Wäre es nicht eine zu große Belastung? Würden sich die beiden Hunde verstehen? Hinzu kamen Bemerkungen vermeintlicher Freunde, die große Bedenken äußerten und meinen Wunsch nach einem Zweithund so gar nicht verstanden.
Hunde-Zusammenführung
Dann kam der Tag, an dem meine Hündin Sally Janosch kennenlernen sollte. Das erste Zusammentreffen erfolgte an einem neutralen Ort in der Natur und funktionierte gut. Janosch lief sogar schon an der Leine, wie Herr Stoll stolz demonstrierte. Es war einfach nur erstaunlich, wie schnell er lernte. In einem nächsten Schritt sollten sich die beiden in der Wohnung -also in Sallys Revier- begegnen. Auch das klappte nach einem vorangegangenen Gassigang sehr gut. Nun war es an mir, eine Entscheidung zu treffen. Sie fiel für Janosch aus, der im Nu mein Herz erobert hatte.

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Geteilte Aufmerksamkeit

Eingewöhnung und Umstellung
Zugegeben. Am Anfang war es eine Umstellung. Alle mussten sich an die neue Situation gewöhnen. Hinzu kam, dass Janosch in den ersten Wochen häufiger zum Tierarzt musste. In dieser Zeit wurde ich jedoch intensiv von Stolls und dem Tierschutz Siebengebirge unterstützt, beraten und auch beruhigt, wenn ich mir Sorgen machte. Gleichzeitig erlebte ich, dass Janosch immer mehr ankam, zunehmend Vertrauen fasste und meine Hündin, die ebenfalls aus dem Tierschutz kommt, von der Fröhlichkeit des kleinen Hundemannes mitgerissen wurde. Heute -nach nunmehr neun Monaten- bin ich heilfroh, dass ich mich für Janosch entschieden habe. Wenn ich meine beiden Hunde sehe, wie sie ausgelassen und fröhlich miteinander spielen, in gemeinsamer Aktion Löcher buddeln, bis zur Unkenntlichkeit mit Erde bedeckt sind und über beide Ohren zu lachen scheinen, entspannt zusammen im Körbchen liegen oder ihre Streicheleinheiten einfordern, dann denke ich nur: Das ist Glück auf acht Pfoten. Wie gut, dass es euch in meinem Leben gibt.
Ulrike Loida

Puschel, Klaus & Co – Anders zu sein ist kein Handicap

Im Jahr 2015 wurden zwei Kaninchen aus einer Überproduktion bei uns abgegeben.  Sie kamen in unsere Kaninchen-Pflegestelle, zu Beate Ditscheid und ihrer Mutter, Karola Stockhausen. Sie gaben den beiden Klopfern die Namen Puschel und Klaus.

Beate Ditscheid fiel relativ schnell auf, dass die beiden Kaninchen einen „kleinen Tick“ hatten: Sie drehten ständig den Kopf hin und her, so als ob sie die Gegend ’scannen‘ wollten. Um eine ernsthafte oder gar ansteckende Krankheit auszuschließen, wurden Puschel und Klaus unserem Tierarzt vorgestellt. Doch von diesem gab es Gott sei Dank Entwarnung. Somit kamen die beiden putzmunteren und sehr lieben Kaninchen in die Vermittlung.  Leider scheiterten alle Vermittlungsbemühungen an dem etwas auffälligen Kopfwackeln, da alle Interessenten in Sorge waren, die Tiere seien krank oder würden nicht lange leben.

Fernsehauftritt für Puschel und Klaus Beate Ditscheid nutzte einen Auftritt unseres Vereins bei „Tiere suchen ein Zuhause“. Puschel & Klaus hoppelten durch das Bild und mümmelten sich in die Herzen der Zuschauer. An diesem Abend saßen genau die richtigen Menschen vor dem Fernseher: Familie Hanraths aus Uckerath sah unsere Kopf-Wackler-Kaninchen und war hin und weg von ihnen. Wenig später durfte unser Böckchen Klaus zu der Kaninchen-Truppe von Frau Hanraths ziehen und ist dort sehr glücklich. Hier stören sich weder Artgenossen noch die Familie an seiner Kopfwackelei!

Männer-WG sucht Frau
Auf der Suche nach einigen weiblichen Kaninchen für ihre Kaninchen-Männer-WG kam Frau Schillinger aus Eudenbach auf uns zu. Sie fragte Beate Ditscheid explizit nach Tieren, die wegen eines Handicaps nicht so gute Vermittlungschancen hätten. Frau Schillinger hatte schon früher ein ehemaliges Laborkaninchen von uns übernommen und war sofort bereit, es mit Kaninchendame Puschel zu versuchen. Außerdem fiel ihr noch die kleine Oreo auf, die wegen eines schlecht verheilten Bruchs eine Fehlstellung am Beinchen hat. Natürlich durfte auch Oreo mit umziehen.

Bewußte Entscheidung für ein Tier mit Handicap
Unser aufrichtiger Dank geht zunächst an Beate Ditscheid und ihre Mutter Karola Stockhausen, die seit einigen Jahren für unseren Verein Kaninchen aufnehmen, aufpäppeln und für sie das beste Zuhause suchen. Von ganzem Herzen danken wir den Familien Hanraths und Schillinger, denen gerade bei Klaus und Puschel das besondere Merkmal des Kopfwackelns ganz egal war. Sie haben sich bewusst für diese Kaninchen mit Handicap  entschieden.

Andrea Czapek

Hündin Indira – das Überraschungs-Ei

Im Februar 2016 wurden wir von der Polizei in Bad Hönningen gebeten, zwei  Hunde eines Ehepaars in Obhut zu nehmen. Die Besitzer hatten sich getrennt und keiner wollte die Beagle-Hündin Indira und ihren Hundefreund, einen Parson Russel Terrier Rüden, mehr haben. indira-dick-und-rundIndira kam in die Pflegestelle zu Familie Trapp. Schnell fanden sich nette Interessenten für diese liebenswerte Hündin. Da geschlechtsreife Hunde von uns nur kastriert vermittelt werden, stand nur noch der Termin beim Tierarzt zur Kastration an.


Doch dann kam alles anders
„Wir können die Hündin nicht kastrieren, denn sie ist trächtig.“  Dieser Satz der Tierärztin riss nicht nur uns, sondern auch die neuen Besitzer vom Stuhl. Es wurde hin und her indira-mit-ihrer-kinderscharberaten. Schließlich entschieden sich die neuen Besitzer dazu, die Hündin noch einige Wochen in der Pflegestelle zu lassen, damit sie dort ihre Welpen in der bereits vertrauten Umgebung bekommen und aufziehen konnte.

Zehn kleine Mäulchen  
Am 11. März 2016 war es dann soweit: Indira brachte zehn gesunde Welpen zur Welt. Zwei Weibchen und acht Rüden. Indira war eine tolle und fürsorgliche Hunde-Mama, und all unsereWelpen fanden indira-guckt-ins-welpenzimmernach 12 Wochen ein gutes Zuhause. Unsere Pflegestelle, Elke und Holger Trapp, haben nach dieser schönen, aber auch sehr anstrengenden Zeit erst einmal Urlaub gemacht… denn zehn Welpen im Wohnzimmer zu beherbergen, bedeutet viel, viel Arbeit, kostet enorm Nerven, unendlich viele Maschinen Wäsche und einen guten Handwerker, der hinterher alle entstandenen Schäden repariert. Im Mai ist dann auch Indira in ihr neues Zuhause,  zu Familie Schneider nach Eitorf, gezogen. Wir bedanken uns bei Indiras Geburtshelfern Elke und Holger Trapp für die aufopferungsvolle Betreuung. Unser Dank geht auch an Indiras neue Besitzer, Familie Schneider, die so viel Geduld hatte und drei Monate auf ihre Indira gewartet haben.
Andrea Czapek

Aus dem Labor gerettet: Hanni Nanni

hanniundnanni-800Die beiden Kaninchen Hanni und Nanni waren für unsere Pflegestelle, Beate Ditscheid, zwei ganz besondere Schützlinge, denn sie kamen aus einem Versuchslabor. Rund 100.000 Kaninchen sterben pro Jahr in deutschen Labors – diese hier gehören zu der Handvoll Glücklicher, die lebendig hinaus durften.

Enge Käfige und Beißereien
Die meisten Labortiere werden in speziellen Käfigsystemen untergebracht, die Platz, Aufwand und Kosten minimieren. Die einzige Einrichtung im Käfig ist eine Ebene oder ein Plastikhäuschen, der Boden besteht aus Lochplastik oder Draht und nicht einmal Einstreu ist zur Beschäftigung da. So wenig Platz und Abwechslung ist natürlich frustrierend. Nach einem Hüpfer stehen die Kaninchen schon wieder vor der Käfigwand, selbst das Aufrichten auf die Hinterbeine ist schwierig. Leben gleich zwei Kaninchen darin, wird es noch enger und es gibt oft gefährliche Beißereien. Das eigentlich wichtige Heu gibt es nur manchmal, sofern es der Versuchszweck zulässt. Wasser und spezielle Laborpellets kommen  aus Automaten, das Futter steht unter strengsten Hygienevorschriften. Täglich werden die Tierhaltungsräume desinfiziert, der scharfe Geruch hängt ständig in der Luft und reizt die empfindlichen Nasen. Jedes Versuchstier erlebt eine andere „Laufbahn“ und verkraftet seine Erlebnisse unterschiedlich. Die beiden Kaninchen, die unser Verein übernommen hat,  kamen aus einem Berliner Labor, wo ihnen blutsaugende Parasiten an den kahlrasierten Bauch und die Ohren angesetzt wurden.

hanninanni800-2Die Furcht ist groß  – alles ist so neu
Unsere Pflegestelle, Beate Ditscheid, erzählt: „Nach ihrer Ankunft in der Pflegestelle waren Hanni und Nanni sehr ängstlich. Sie haben sich die ersten Tage nur versteckt. An Anfassen war gar nicht zu denken. Hanni schrie schon bei der kleinsten Berührung. Irgendwann merkten sie, dass ihnen bei uns nichts Böses geschieht. Vorsichtig kamen sie aus ihren Verstecken heraus, wenn ich ihnen etwas Leckeres zum Fressen hinhielt. Nachdem sie sich eingelebt hatten und geimpft waren,  habe ich Hanni und Nanni  mit einer Gruppe Kaninchen in ähnlichem Alter vergesellschaftet. Durch die Sicherheit der Gruppe sind die Tiere total aufgelebt. Mittlerweile merkt man ihnen ihre Vergangenheit gar nicht mehr an. Sie kommen angerannt, sobald sie unsere Stimmen hören… es könnte ja was zu mümmeln geben. Man hat das Gefühl, dass sie die Zeit im Labor vergessen konnten. Gott sei Dank! “

Happy End
Hanni und Nanni konnten einige Monate später in ein gutes Zuhause vermittelt werden und dürfen jetzt ein artgerechtes Kaninchenleben führen.
Julia Beutling und Beate Ditscheid

Ein lauter Bewohner:  Sonnensittich Louis

 Das ist Louis, ein zwei Jahre alter Sonnensittich. Eigentlich hieß er bei uns immer nur Fuzzi, aber für so einen schönen Vogel musste ein gebührender Name her und so wurde er nach Louis XIV, dem Sonnenkönig, benannt. Aber wie gesagt, nur für offizielle Anlässe, für uns war es Fuzzi – und wir vermissen ihn alle sehr! Vielleicht nicht alle aus unserer Familie mit der gleichen Intensität… wenn ich an meinen Vater denke, der seinen Tinnitus nun langsam wieder in den Griff bekommt. Denn Sonnensittiche sind laut, sehr laut! Das hört sich nach einer traurigen Geschichte an, ist es aber nicht, es ist eine Geschichte mit einem Happy End!

Fuzzi sitzt am liebsten auf dem Kopf
Anfang des Jahres kam Fuzzi zu uns in die Pflegestelle. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit öffnete ich seine Voliere und er flog mir direkt auf den Kopf. Dort fühlte er sich sichtlich wohl. Am allerliebsten hielt er seinen Mittagsschlaf in meiner Halsbeuge. Von nun an hatte ich also bei meinen Hausaufgaben Fuzzi im wahrsten Sinne des Wortes „am Hals“. Nach dem Schläfchen nahm er unter dem laufenden Wasserhahn in unserem Waschbecken ein Bad. Klitschnass und sich schüttelnd bekam auch ich eine Erfrischung ab. Zum Essen musste er in seine Voliere, da er der Meinung war, gute Freunde teilen einfach alles! Danach stand dann Sport auf dem Programm. Von sich aus flog Fuzzi nämlich nie von uns weg. So riefen meine Mutter und ich ihn abwechselnd, und er flog hin und her. So süß das aber auch alles sein möchte, artgerecht ist es nicht. Fuzzi sfuzzi-800verhielt sich nur so, da er nie gelernt hat, mit seinen echten, gefiederten Artgenossen umzugehen. Wie schrecklich für einen Schwarmvogel! Nach einer geeigneten Henne für ihn suchten wir sehr lange, aber vergebens! Ihm wurde übrigens zwischenzeitlich langweilig, was man an unseren Türrahmen sehen konnte. Das hieß, wir mussten ihn noch mehr auslasten!  Kopfarbeit war gefragt, und so fingen wir an, Fuzzi zu klickern, was auch super funktionierte.

Fuzzi sollte nicht allein leben
Wie artgerecht kann es sein, einen Vogel in einem Käfig zu halten? Erst recht einen so hochintelligenten, sozialen Vogel wie einen Papageien? Diese Haltung sollte doch nur in die Hände von wirklichen Fachleuten. So nahmen wir Kontakt mit der Vogelburg in Weilrod/Hochtaunus auf, eine private Auffangstation für Papageien. Die Haltung dort schien uns die einzig Richtige für unseren Fuzzi.

Hilfe durch die Vogelburg
Die Vogelburg von Hans Gerd Steiner hat sich seit der Gründung im Jahre 1981 immer weiter entwickelt und umfasst heute einen großen Papageienpark in alten Burggemäuern und ist Ruhe- und Alterssitz für viele hundert Papageien. Die Tiere leben in großen Flugvolieren, mit ihrem Partner und in Gesellschaft dürfen sie lebenslang dort bleiben. Außerdem haben sie weiterhin auch so viel Menschenkontakt, wie sie benötigen. Also das perfekte Leben für unseren Sonnenkönig Fuzzi.

Demnächst machen wir einen Ausflug zur Vogelburg und besuchen Fuzzi. Vielleicht kommt auch mein Vater mit, wenn er sich von seinem Tinnitus ganz erholt hat.  Denn Sonnensittiche sind laut, sehr laut ….
Anu Sellmer

Phönix aus der Asche – ein neues Leben für Bobby

Februar 2014: Wir entdeckten Bobby in einem Zwinger irgendwo im Westerwald und uns stockte der Atem. Der Hütehund war ein Bild des Jammers: sein Körper war  übersät  mit kahlen Stellen, sein Gesicht fast komplett haarlos. Er zitterte am ganzen Körper. Die bobby-arm-ganz340Augen waren vereitert und schrien nach Hilfe. Bobby stank entsetzlich. Von einem schrecklichen Juckreiz gepeinigt, kratzte und kratzte er sich. Hinter seiner Zwingertür sah er uns an, als  wollte er sagen: ‚Endlich seid ihr da!‘

Ein Tier in absoluter Not
Uns war sofort klar: Hier war ein Tier in absoluter Not. Wir überredeten die Halterin mit Hilfe der Tierärztin vom Veterinäramt, Bobby an uns abzugeben. Der erste Weg mit unserem  Schützling führte direkt in die Tierklinik.  Bobby musste mehrere Tage stationär aufgenommen werden, zahlreiche Untersuchungen folgten. Der neunjährige Hütehundmix war absolut kooperativ und ließ die Strapazen tapfer über sich ergehen. Es war klar – er spürte, dass wir ihm helfen.
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Sofort in die Klinik 

Die Diagnose der Ärzte lautete: Bobby hatte eine Infektion der Haut, hervorgerufen durch Pilze und Bakterien und eine starke Futtermittelallergie. Unser Schützling brauchte  zunächst eine Menge  Medikamente, eine komplette Futterumstellung und musste mehrmals wöchentlich mit einem Spezial-Shampoo gebadet werden.

Bobby lebt auf – unser Phönix aus der Asche

Aufgrund der potenziellen Ansteckungsgefahr konnten wir Bobby nicht in einer Pflegefamilie mit anderen Hunden aufnehmen. Bobby bezog eine ‚Unterkunft de Luxe‘ in einer Hundepension. Professionell geschulte Menschen kümmerten sich um die medizinische Versorgung und waren auch mit Herz und Liebe bei dem Hund. „Man hat den Eindruck,  als wollte er sich täglich entschuldigen, dass er soviel Arbeit macht“,  berichtete sein Betreuer lächelnd und streichelte Bobby den Kopf. Drei bis viermal am Tag wurde Bobby Gassi geführt und durfte bei schönem Wetter im eingezäunten Gelände frei laufen. Der Rüde war dankbar für alles und genoss sein neues Leben. Er wälzte sich auf bobby14-volkerhintergrund300den Rücken und genoss die Sonne, die auf sein verbliebenes Fell schien. April 2014: Bobbys Fell wuchs wieder! Wir freuten uns sehr über die ersten Stoppelchen, die am Kopf zu sehen waren. Das Fell am Körper nahm Glanz an, an den kahlen Stellen kam flauschiger Flaum. Bobby war gesundheitlich wieder soweit hergestellt, dass wir nun an seine Vermittlung denken mussten. Aber ob wir  für einen neunjährigen, großen schwarzen Rüden noch ein Zuhause finden würden?  Das stand in den Sternen… Foto links: Bobby mit seinem Betreuer und Ausbilder Volker Sirvend vom Hundehaus am Harzkopf.

Großer Auftritt im TV
August 2014: Bobby hatte seinen Auftritt bei der Sendung „Tiere suchen ein Zuhause‘ im WDR. Souverän ließ der schwarze Rüde den ganzen Trubel über sich ergehen, blieb gelassen, wenn der Kameramann auf dem Boden auf ihn zurobbte und schaute lieb in die Kamera. Braver Bobby! Und prompt läutete das Telefon für unseren Sorgenfall. wdr-bobby800Monatelang hatte sich kein Mensch  für Bobby interessiert. Nun gab es Hoffnung. Foto rechts: Bobby in der Sendung mit Simone Sombecki und Antje Firmenich.

Regelmäßiger Gast beim Sommerfest
Bobby hat inzwischen sein großes Glück gefunden. Er lebt voll integriert in einer netten Familie und besucht uns regelmäßig beim Sommerfest. Uns Tierschützern, die wir alle seine traurige Vorgeschichte kennen, geht jedes mal das Herz auf, wenn wir ihn treffen und sehen, wie gut es ihm geht.

Annette Vossel

Tierische Mitbewohner im Seniorenheim

Ich arbeite in einem Seniorenheim und sah eines Abends die Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“. Dort stellte der Tierschutz Siebengebirge Kaninchen vor, die ein Zuhause suchten.  Da das Gehege im Garten unseres Seniorenhauses zu dieser Zeit leer stand, griffen wir direkt zum Hörer und nahmen Kontakt zu Beate Ditscheid auf, die die Kaninchen des Vereins betreut. Nach vorheriger Zusendung von Gehege-Fotos und Absprache über die tägliche Versorgung der Kaninchen wurde schnell ein Termin vereinbart und es ging los: Kaninchen ‚gucken‘.

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Die neuen Kaninchen erkunden das Terrain.

Qual der Wahl
Wir konnten uns nur ganz schwer entscheiden, und letztendlich nahmen wir vier Kaninchen mit, die uns von Beate Ditscheid als besonders zutraulich empfohlen wurden. Im Seniorenheim angekommen, wurden die Kaninchen von unseren Bewohnern und Mitarbeitern schon erwartet und freudig begrüßt. Zuerst waren die vier Nager noch etwas schüchtern, was sich aber schnell legte. Sie erkundeten sofort ihr neues Haus mit Etagenbett, Sonnenterasse und zentralem Hügel, der zum Buddeln animierte.

Süße Notfelle
Während unseres ersten Besuches bei Beate Ditscheid hatte diese gerade vier „Notfälle“erhalten. Zwei von diesen beiden Kaninchen hatten es uns sofort angetan, und am liebsten hätten wir sie direkt mitgenommen. Nur leider ging dies damals noch nicht, so dass wir nach einigen Wochen erneut zu ihr fuhren und die beiden auch noch abholten. Wir machten uns zunächst etwas Sorgen, ob alles gut gehen würde, wenn die Kaninchen aufeinander treffen. Aber das Duo wurde vom vorhandenen Quartett zum Glück gut aufgenommen.

Senioren im Glück

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Bestens versorgt und heiß geliebt.

Nun erfreuen insgesamt sechs Kaninchen unsere Senioren. Die Senioren lieben es, auf den Bänken am Gehege zu sitzen und den Kaninchen beim Möhrchen mümmeln, Löcher buddeln, spielen oder sonnen auf der Sonnenterasse zuzusehen.Die Versorgung der sechs Tiere hat ein Bewohner übernommen, der früher selbst viele Kaninchen hatte und über großes Fachwissen verfügt. Er verwöhnt seine Schützlinge, wo es nur geht. Er pflückt Löwenzahn, kauft Möhren und andere Leckereien und reinigt mit Hilfe unserer Hausmeister das Gehege. Bei Bedarf kommt der Tierarzt ins Haus, um den Gesundheitszustand der Tiere zu überprüfen.
Wir sind froh, so tolle neue Mitbewohner bei uns im Marienheim zu haben. Und wer weiß, vielleicht werden es ja irgendwann noch einige mehr …
Stefanie Flosdorf

Pech-Marie im Glück

Marie tobt mit anderen Hunden durch den Garten. Es ist eine Freude, die acht Monate alte Hündin zu beobachten. Sie bolzt mit den anderen, spielt Fangen, kläfft und kugelt durch die Gegend.  Erst bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass Marie kein ganz normaler Hund ist. Sie  hat von Geburt an keine Augäpfel und ist völlig blind. Pflegefrauchen Heli Seitz: „Als uns angekündigt wurde, dass wir einen blinden Hund in Pflege nehmen sollen, waren wir zunächst besorgt. Wie mag der Hund wohl mit seiner Behinderung zurechtkommen? Um so größer war unsere Überraschung bei Maries Ankunft: sie lief zunächst durch die Räume – immer der Wand entlang. Sie hat sozusagen die Abmessungen der Räume eingescannt. Danach war für sie alles klar.“

Mit Nase und Ohren sehen
Im Haus und im Garten fühlt Marie sich bereits so sicher, dass man ihr fast nichts von ihrer Behinderung anmerkt. Auf Ruf oder Pfiff kommt sie zielsicher auf ihr Pflegefrauchen zugerannt. Heli Seitz: “Ohren und Nase übernehmen perfekt die Funktion der Augen. Über die Stimme halte ich Kontakt und sie kommt punktgenau auf mich zu.“ Auch wenn Marie eigentlich kein Problem mit ihrer Behinderung hat, so weiß auch Heli Seitz, dass es schwierig wird, die junge Hündin zu vermitteln. „Wer nimmt schon einen blinden Hund? Solche Leute zu finden, ist fast so, als suche man die Stecknadel im Heuhaufen.“ In der Tat waren alle Presseartikel und Inserate in den örtlichen Medien umsonst – niemand rief für Marie an.

Blinder Hund statt Katze
Maries heutiges Frauchen, Doro Staps, berichtet: „ Eigentlich waren wir auf der Suche nach einer Katze und  entdeckten Marie  auf der Tierschutz-Internetseite. Wir haben lange hin und her überlegt, ob wir uns noch einmal einen blinden Hund zulegen wollen. Wir hatten einen Zwergpudel, der mit 3 Jahren erblindet ist. Letztes Jahr mußten wir uns leider von ihm verabschieden. Er war mitlerweile 19 Jahre. Er kam mit seiner Blindheit nicht so gut zurecht und mußte viel getragen werden.“

Doch keine Pechmarie
Die Familie Staps sprang über ihren Schatten und gab unserer Marie eine Chance. Doro Staps weiter: „Marie ist nun drei Wochen hier, und es kommt uns vor, als sei sie schon immer bei uns. Sie ist sehr gelehrig, beherrscht schon Komandos wie ‚Sitz‘, hört auf ihren Namen und bremst ab, wenn wir ‚Langsam!’ rufen, um sie vor einem Hindernis zu warnen.   Marie orientiert sich an unserem anderen Hund und springt ihm fröhlich hinterher. Einmal am Tag gehen wir gemeinsam mit unserer Nachbarin und ihren zwei Rüden spazieren. Diesen Weg kennt sie schon genau und kann im Wald schon ein Stück ohne Leine laufen. Wenn wir hinter dem Haus sitzen und Marie weiß nicht, wie sie zu uns kommen soll, bellt sie und das ganze Hunde-Rudel läuft los, um die kleine Marie zu retten. Sie orientiert sich dann an den anderen und findet so den Weg.  Unsere Entscheidung war absolut richtig! Wir lieben Marie über alles und geben sie nie mehr her!“

Antje Firmenich

Wiedersehen nach acht Jahren

Marge lag halb tot in Bad Honnef vor einer Haustüre. Als das Ehepaar die fremde Katze vor seiner Tür entdeckte, brachte es sie umgehend zum Tierarzt. Die Tierärztin kämpfte um Marges Leben. Sie kam zwei Tage an den Tropf, wurde später geschoren, da sie total verfilztes Fell hatte. Außerdem litt die Katzendame unter starkem Katzenschnupfen und war taub.  Dank der intensiven Betreuung durch die Tierärztin und der aufopfernden Fürsorge unserer Pflegestelle erholte sich Marge, die auf 13 Jahre geschätzt wurde,  langsam aber stetig. Ihre Lebensgeister erwachten wieder.

Zuhause gesucht
Als Marges Allgemeinzustand nach ein paar Wochen stabil war, sollte sie vermittelt werden. Wir schalteten Vermittlungsanzeigen und stellten sie auf unserer Homepage vor. Uns war schnell klar, dass eine ältere, taube Katze kaum Chancen auf eine Vermittlung hat, dennoch versuchten wir alles.

Außergewöhnlicher Anruf
Eines Tages erhielt Marges Pflegefrauchen, Jessy Stoll, einen außergewöhlichen Anruf.  „Ich habe in der Zeitung eine Katze gesehen. Marge heißt sie“, der Anrufer brach völlig aufgelöst ab und begann zu weinen. „Es ist meine Katze Salsa, die mir vor über acht Jahren gestohlen wurde.“ Jessy Stoll konnte nicht glauben, was sie da hörte. Der Mann beschrieb Marge fast haargenau und nannte ein paar Eigenschaften, die nur ein Mensch wissen konnte, der die Katze wirklich gut kannte.

Unbekannte Vergangenheit
Marge lebte bis zu ihrem 5. Lebensjahr in Troisdorf. Eines Tages wurde sie ihrem Besitzer geklaut. Man hatte das Katzennetz aufgeschnitten und das Tier vom Balkon gestohlen. In dieser Zeit wurden mehrere Tiere in der Wohngegend entwendet. Wenig später zog der Mann beruflich von Troisdorf nach Bad Honnef. Welch ein Glück, dass er die regionalen Zeitungen gelesen und die Vermittlungsanzeige von Marge gesehen hattte! Acht Jahre lang lebte der Besitzer mit der bangen Frage, was seiner Katze wohl widerfahren sein mochte. War sie tot oder lebte sie noch?

Wiedersehensfreude nach 8 Jahren
Jessica Stoll brachte Salsa zu ihrem alten Besitzer zurück und führte das zusammen, was seit acht Jahren getrennt war. Die Wiedersehensfreude kannte auf beiden Seiten keine Grenzen. Salsa ging sofort auf ihr Herrchen zu, beide waren überglücklich. Er schloss seine Kätzin in die Arme und weinte vor Freude. Salsa feierte ihren 13. Geburtstag bei ihrem geliebten Herrchen, der sie als Welpe mit der Flasche großgezogen hat. Wenn die Zahl 13. keine Glückszahl ist …

Andrea Czapek

Coco auf Abwegen

Coco, der einjährige Wellensittich, genießt seinen täglichen Freiflug bei seiner Familie in Königswinter-Thomasberg. Was seine Familie nicht ahnt: Das Badezimmer-Fenster ist offen, Coco klettert auf’s Fenstersims und fliegt hinaus, um  die Welt zu erkunden.

Welli bittet um Einlass
Zwei Tage später geht bei der Hotline des Tierschutz Siebengebirge ein Anruf ein, dass in einem Badezimmer in Königswinter-Stieldorferhohn ein Wellensittich sitzt. Chris Ledschbor, unsere Vogel-Pflegestelle, macht sich auf den Weg. Der Badezimmer-Besitzer erzählt: „Der Vogel hing außen am Kippfenster und wartete quasi darauf, dass ich ihn hereinlasse.“

Badezimmer-Fan
Als Chris Ledschbor, unsere Vogel-Expertin, das fremde Badezimmer betritt, schmunzelt sie, denn Coco hat es sich vor dem Badezimmerspiegel gemütlich gemacht. Sie kann ihn ohne Probleme mit der Hand einfangen und mit zu sich nach Hause nehmen.

Namentlich bekannt
In der Pflegestelle teilt Coco seine Voliere mit einem Kanarienvogel. Dieses andere Vogelwesen interessiert ihn sehr, und die beiden Tiere freundeten sich binnen weniger Minuten an. Chris Ledschbor staunt nicht schlecht, als der Welli zu sprechen anfängt und sie den Namen ‚Coco’ hört. „Schade, dass er uns nicht seinen Wohnort verraten kann“, schmunzelt sie. Schnell fertigt sie Flugblätter an und verteilt diese.

Kaum noch Hoffnung
Zur selben Zeit gibt es in Thomasberg einen sehr, sehr traurigen Jungen, der Tim heißt. Seit zwei Wochen ist sein heißgeliebter, gefiederter Freund Coco nun verschollen. Überall in Thomasberg hat er Flugblätter verteilt. Aber allmählich hat er kaum noch Hoffnung…

Was für ein Zufall
Chris Ledschbor geht zum Einkaufen in eine Bäckerei nach Ittenbach. Dort sieht sie ein Foto von einem entflogenen Wellensittich, darunter die Telefonnummer der suchenden Familie. „Das wäre ja zu schön“, denkt Chris Ledschbor, notiert sich die Nummer und ruft umgehend dort an. Unfassbar, es ist tatsächlich Cocos Familie! Als Tim seinen gefiederten kleinen Freund wiedersieht, laufen ihm Freudentränen über die Wange. Happy end für Coco & Co.

Andrea Czapek

Sieben auf einen Streich

Als Hunde-Pflegestelle des Tierschutz Siebengebirge nehmen wir regelmäßig Hunde auf. Eines Tages kam Anny zu uns. Die schwarze Hündin war bildschön, aber leider in einem erbärmlichen Zustand: bis auf die Knochen abgemagert, völlig verdreckt und verfloht. Anny mußte dringend aufgepäppelt werden. Wir taten unser Bestes, dass dies auch gelang und waren stolz, als unsere Anny endlich was „auf die Rippen“ bekam.

Überraschung am späten Abend
Wir kamen abends gegen 21.30 Uhr nach Hause. Wie immer wurden wir an der Haustür von unseren Hunden stürmisch begrüßt, nur Anny kam etwas später von der oberen Etage herunter, um Hallo zu sagen. Während ich alle Hunde noch einmal in den Garten ließ, schrie mein Mann plötzlich von oben: „Iris, komm schnell!“ Ich traute meinen Augen nicht, als ich in die obere Etage kam. Da lagen doch tatsächlich drei Welpen! Und einen Welpen hatte sie vor lauter Not, uns begrüßen zu müssen, auf der Treppe verloren!

Hebammen-Pflichten
Mein Mann Wolfgang befreite das kleine ‚Fundstück’ auf der Treppe, das später Pünktchen heißen sollte, von der Fruchtblase und rubbelte es trocken. Doch nicht genug der Überraschungen: bis 1.00 Uhr gebar uns Anny noch vier weitere Welpen. Nun war uns auch klar, warum Anny so toll zugenommen hatte…

Gemütliche Kinderstube
Anny machte ihre Sache als Mutter sehr gut. Die ersten Wochen waren für uns recht einfach. Mama Anny säugte die Kleinen und hielt das Nest und die Welpen schön sauber. Ich brauchte nur alle paar Tage neue Decken in die schnell zusammen gezimmerte Wurfkiste zu legen. Da das Büro neben unserem Schlafzimmer liegt, wurde ich  oft nachts wach, weil ein Welpe quietschte und ich vor Sorge immer aus dem Bett sprang. Aber es bestand kein Anlass zur Sorge – Anny hatte alles im Griff.

Turbulenter Kindergarten
Nach vier Wochen merkten die Kleinen, dass sie vier Pfoten hatten und nicht nur in einer Ecke liegen wollten. Unser Büro wurde allmählich zu klein als Kinderstube. In Windeseile richteten wir im Keller ein großes Welpenzimmer her: PVC-Teppich verlegen, Heizung einbauen etc. Ich wurde Großabnehmer von Küchentüchern und Waschmittel bei Aldi. Pro Tag fiel eine Maschine Wäsche an. Zeitungspapier ist ein tolles Spielzeug: es liegt überall, nur nicht da, wo man es braucht. Nichts war vor den kleinen Rackern sicher, auch nicht der frisch verlegte PVC-Boden oder die Wurfkiste. Alles wurde angeknabbert, auseinander genommen und darum gebalgt. Auch Spielzeug hatte keine allzu lange Lebensdauer. In Füße ohne schützendes Schuhwerk kann man toll beißen. Kleine Pfoten mit spitzen Krallen hängen ständig an Hosenbeinen.

Abschied fällt schwer
Nach 12 Wochen Welpen-Kinderstube bereiteten wir uns seelisch auf den Abschied vor. Nach und nach verließen Pünktchen, Anton, Mädchen, Sporty, Socke, Bruno und Black Beauty unser Haus und gingen in ‚ihre’ neuen Familien. Und auch für unsere geliebte Anny, die so eine tolle Mutter war, konnten wir das beste Zuhause finden, was sich ein Hund nur wünschen kann.

Iris Stöber-Pütz

Nackte Tatsachen

„Manchmal ist das Leben ganz schön gemein“, dachte unsere ‚Katzenfrau‘, Gisela Gebel, und konnte sich ein hämisches Grinsen nicht verkneifen. Am Telefon erfuhr sie gerade von einer Dame mit starkem ausländischen Akzent, dass diese von einem ukrainischen Züchter für viel Geld eine Kanadische Sphynx gekauft hatte, um mit ihr hier in Deutschland zu züchten. Die Rasse ist noch relativ selten, und die Welpen eines solchen Tieres erzielen hohe Preise. Die Dame hatte sich von ihrem Kauf eine stattliche Einkommensquelle versprochen und  die Katze hoffnungsvoll ‚Aphrodite‘ genannt.

Keine Göttin der Fruchtbarkeit
Leider machte Aphrodite ihrem Namen keinerlei Ehre. Sie bekam eine Gebärmutter-Entzündung und offene Stellen an den Beinen. Die nackte Katze brachte nicht nur keinen Geldsegen, sie kostete sogar noch Geld! „Das kann ich nicht bezahlen“, beendete die Dame ihre lange Rede und hoffte nun, dass sie das teuer gewordene Tier an den Tierschutz abdrücken könne.

Sonderbehandlung nötig
Gisela Gebel zögerte nicht lange und nahm das Tier auf. Nacktkatzen sind pflegeintensiv: sie müssen häufig gebadet werden. Ansonsten nimmt das Tier eine bräunliche Farbe an und leckt sich die Haut wund. Obwohl die Kanadische Sphynx als sehr sozial gilt, verordnete die Tierschützerin ihr nach ein paar Tagen ‚Einzelhaft’. Ein kleiner Prankenhieb der Zimmergenossin hatte sofort Wunden auf Aphrodites schutzloser Haut hinterlassen. „Ein normaler Umgang mit anderen Katzen ist eigentlich nicht möglich, will man das Tier vor Verletzungen bewahren“, bedauert die Tierschützerin. Auch Freigang wird für Aphrodite wohl nicht möglich sein – draussen ist es zu kalt, zu gefährlich. Es könnte regnen, und Aphrodite erkältet sich. Es könnte die Sonne scheinen und Aphrodite bekommt Sonnenbrand.

Keine Berührungsängste
Eines Tages kam der WDR ins Haus und drehte einen Filmbeitrag bei Gisela Gebel. Die Redakteurin, Sabine Opitz, wurde auf Aphrodite aufmerksam, hatte sie doch selbst bereits früher einen alten Schäferhund gehabt, der zum „Nackthund“ geworden war. „Der Hund, den wir vom Tierschutz übernommen haben, hatte Räude und dadurch fast das ganze Fell verloren. Ich kenne mich also mit nackten Tieren und ihren Bedürfnissen bestens aus und habe keine Berührungsängste“, erzählte sie lächelnd.

Umgetauft
Aphrodite zog zu Sabine Opitz nach Linz und trägt heute den stolzen Namen ‚Locke’. Warum? An manchen Körperteilen wie Pfote, Schwanz und Gesicht wuchsen der ehemaligen Aphrodite plötzlich Haare – und zwar lockige. Sabine Opitz über ihre Katze: „Das Frohlocken war auch groß, als sich herausstellte, dass Locke nicht nur sehr schön, sondern auch von edlem Charakter ist. Sie zeigt sich als Einzelkatze sehr lieb, verschmust und sehr menschenbezogen. Im Grunde ist sie mehr Hund als Katze. Sie ist sehr gesprächig und extrem gefräßig. „Chronischer Hunger“ jammert sie Frauchen von morgens bis abends vor und verputzt erstaunliche Mengen. Locke verwertet wohl viel für die eigene Aufwärmung. Sie ist so heiß wie eine Wärmflasche, schläft nachts grundsätzlich bei Frauchen im Bett und macht dort die typischen „Fettflecken“. Der Talg der Haut hinterlässt eben seine Spuren.“

 

Jessy Stoll

Bruno, das Kaltblut-Fohlen

„Das ist er!“, dachte ich, als ich Bruno im Internet auf der Seite ‚Pferderettung.de’ entdeckte. Das eineinhalbjährige Ardenner Kaltblut-Fohlen Bruno war nur knapp dem Schlachter entronnen und befand sich nun in der Obhut des Tierschutzes. Ich setzte mich mit der Kontaktperson, Annette Vossel vom Tierschutz Siebengebirge, in Verbindung und die Entscheidung fiel schnell: wenige Tage später machten wir uns von Augsburg auf den Weg in den Westerwald, um ‚unser’ Kaltblut-Fohlen abzuholen.

In der neuen Heimat
Bruno fühlte sich nach kurzer Eingewöhnungsphase sichtlich wohl bei uns in Augsburg. Beim ersten Check-up stellte der Tierarzt fest, dass Bruno ein Spitzhengst (ein Hoden innen liegend) sei und am besten sofort operiert werden solle. Je älter das Fohlen, desto schwerer wird es, und damit wächst auch die Gefahr, dass sich das Fohlen durch sein Gewicht während der OP, die im Liegen statt findet, selbst erdrückt. Wir fackelten nicht lange. Eine Woche später kam Bruno bereits frisch operiert aus der Klinik zurück und konnte nun unbeschwert seine Kinder-und Jugendzeit mit drei anderen Pferden auf der Weide genießen.

Lehrjahre
Mit drei Jahren begann Brunos Ausbildungszeit. Zunächst an der Longe, dann an der Doppellonge. Anschließend kam Bruno für vier Wochen in einen anderen Stall und wurde dort zu einem verlässlichen Kutschpferd ausgebildet. Endlich durfte er arbeiten. Wir hatten den Eindruck, dass er sich wirklich über seine neue Aufgabe freute. Auch heute noch zieht er seine Kutsche voller Begesiterung. Bruno wird natürlich nur von uns gefahren. In unserer Freizeit machen wir mit ihm wunderschöne Kutsch-Ausflüge und sind stolz auf unseren ‚Braunen’. Auch unter dem Sattel macht Bruno inzwischen eine gute Figur – wir sind so glücklich, dass wir ihn haben! Es ist einfach unbegreiflich, dass dieses brave, geduldige und fleißige Pferd geschlachtet werden sollte. Danke an Euch Tierschützer, dass Ihr das verhindert habt.

Ramona W. aus Augsburg

Kater Pinoccio

Eine getigerte Katze kauerte am Straßenrand. Die Autos fuhren vorbei. Keiner schien die offensichtlich bewegungsunfähige Katze zu bemerken. Stunden vergingen. Die Katze befand sich immer noch an derselben Stelle. Sie zitterte stark. Plötzlich hielt ein Auto. Eine Frau stieg aus und kam langsam näher, um das Tier zu begutachten. Tatsächlich, sie hatte sich nicht geirrt. Das Tier war angefahren worden und konnte sich nicht bewegen. Couragiert nahm sie die Katze und brachte sie sofort zum nächsten Tierarzt.

Zwölf Wochen im ‚Knast‘
Die Katze entpuppte sich als 1-jähriger Kater und wurde Pinoccio getauft. Sein Zustand war bedenklich – völlig dehydriert und dazu noch ein komplizierter doppelter Bruch am Hinterbein. Doch Pinoccio hatte Glück im Unglück: der zweifache Bruch wurde operiert und anschließend kam er zu unserer ‚Katzenfrau’, Jessy Stoll, in Pflege. Über viele Monate blieb er in ihrer Obhut. Jessy Stoll: “Wir mußten den armen Pinoccio über 12 Wochen in einen Käfig einsperren, um sicher zu gehen, dass er mit dem Bein nicht sprang und herumtobte. Das war eine schreckliche Zeit. Er rüttelte an den Käfigstangen, versuchte nach den anderen Katzen mit der Pfote zu angeln. Wie gerne wäre er dabei gewesen, aber das Risiko war einfach zu groß.“

Reha für Pinoccio
Um so größer war die Freude bei Pflegefamilie Stoll, als der Bruch endlich geheilt war und Pinoccio sozusagen die REHA antreten durfte. Er genoss den dosierten Freigang im Haus der Stolls und lernte wieder zu laufen. Ein leichtes Hinken blieb zurück, doch damit kann er gut leben.

Happy End für Pinoccio
Der Stubentiger mit dem Hinkebeinchen wickelte mit seinem Charme eine nette Familie aus Erpel um den Finger und fand dort ein neues Zuhause. Nein, eigentlich hat er sogar zwei Zuhause, da er mit dem Nachbarskater die beiden nebeneinander liegenden Häuser abwechselnd bewohnt.

Gisela Gebel

„Das ist Opa!“

Samstag nachmittag – wie üblich gingen wir mit unserer Hündin Malika spazieren und begegneten Heli Seitz, die als ehrenamtliche  Pflegestelle für den Tierschutz Siebengebirge tätig ist. Mitten in ihrem Hunderudel wackelte ein langhaariges „Etwas“. Nein, dieser kleine Hund tänzelte. Es sah irgendwie lustig aus.

Bedürftiger ‚Sanierungsfall‘
„Das ist unser Opa“, stellte uns Heli Seitz den kleinen, blonden Hund vor, „er braucht ein neues Zuhause.“ Der Tibet-Spaniel war ca. 10 Jahre alt, seine Vorderläufe hatten eine Fehlstellung und seine Hinterläufe zitterten, trotzdem konnte er sich gut bewegen. Er schien auch Schmerzen im Rücken zu haben, ein gravierender „Sanierungsfall“. Nicht verwunderlich, dass er mehrmals zur Pflegestelle zurückkam.

Opa als Zweithund?
Wir hatten häufig an einen Zweithund gedacht, aber diesen alten Hundesenior? Er zog als Willi bei uns ein. Es war eine unerklärliche Zuneigung zu dem kleinen Wesen, das Wärme und Hilfe benötigte. Willi war äußerst bedächtig. Unsere bislang so sportlichen Spaziergänge bekamen notgedrungen einen anderen Rhythmus. Willi schnüffelte akribisch in allen erreichbaren Ecken und vergaß dabei die Zeit und seine Menschen. Die junge Malika hingegen brauchte viel Bewegung.

Schlechte Erfahrungen
Willi ließ sich kaum anfassen. Er hatte Angst, geschlagen zu werden. Er warnte uns mit eindringlichem Knurren, dem auch ein schnelles Schnappen folgen konnte. Wir waren verzweifelt. Warum brauchte es so lange, bis er verstand, dass wir ihm nur Gutes wollten? Wir konnten Willi  auf den Spaziergängen rufen, aber nur sehr selten reagierte er. Meistens ging er stur seinen Weg und drehte sich nicht nach uns um. Lediglich seiner großen Freundin Malika lief er gern nach.

Drei Jahre mit Willi

Willi lebte noch drei Jahre bei uns. Sein Leben war durch viele Krankheiten und Beschwernisse gezeichnet, er suchte nun immer mehr unsere Nähe. Auch das Bürsten ließ er sich irgendwann gefallen,  aber unbedachte Gesten wurden immer noch als Bedrohung aufgefasst. Wir liebten Willi mit seinen Schwächen und Launen und wollten ihn um nichts in der Welt missen. Es war damals eine schnelle Entscheidung „aus dem Bauch heraus“.  Wir wissen aber nun, dass ein solcher Hund viel Geduld, Zeit und Zuneigung braucht.  Wir würden es trotzdem wieder tun, auch weil wir älteren Hunden keinen Lebensabend in einem Tierheim zumuten möchten.

Ulrike und Gerd Paulmann

Was hat man dir nur angetan?

Ich klicke auf das Foto von Aisha. ‚Notfall’- steht darunter. Ein weißer Wuschel mit traurigem Blick schaut mir entgegen. Ich bin erschüttert, als ich die Details lese: „Die 6jährige Hündin wurde mitten im Wald am Baum aufgeknüpft gefunden. Um sie herum sprangen ihre Welpen. Die Hundebabys wurden vermittelt, Aisha ist jedoch traumatisiert. Sie läßt sich nicht anfassen und besteht nur aus Angst.“ Meine Entscheidung ist gefallen. Als Hunde-Pflegestelle hatte ich schon einige ängstliche Hunde und ich möchte diesem Tier helfen.

Vier Wochen später
Aisha liegt bei uns im Wohnzimmer. Der Hund regt sich nicht, liegt da wie tot. Ich messe Fieber, versuche sie mit Leckerbissen aus der Hand zu füttern – keine Regung. Unsere Tierärztin stellt die Diagnose: Angststarre. Schweren Herzens beschließe ich, meine bisherigen Maßnahmen des ‚Kümmerns’ abzustellen und den Hund völlig zu ignorieren. Wir tun so, als ob Aisha nicht da sei. Keiner spricht sie an, keiner geht zu ihr – so schwer es uns fällt. Nach zwei Tagen erwacht Aisha aus ihrer Starre und… flüchtet in den Garten. Sobald wir den Garten betreten, sehen wir nur einen weißen Schatten von links nach rechts huschen. Aisha auf der Flucht.

Verlockendes Futter
Wie sollen wir eine Beziehung zu dem Hund aufbauen, der sich nicht ins Haus traut? Ab sofort gibt es Futter nur im Haus, und als Aishas Hunger übermächtig wird, überwindet sie sich und wagt sich in die ‚Höhle des Löwen’. Wohlgemerkt: die Terassentür steht weit auf, wir sind alle in anderen Räumen und beobachten möglichst unauffällig, wann der kleine Angsthase endlich eine Pfote über die Schwelle setzt.

Offene Türen
Mein Mann ist von der Aktion ‚Haus der offenen Tür’ alles andere als begeistert, denn unsere Heizkosten drohen bei einer Fortsetzung dieser Strategie in astronomische Höhen zu schnellen. Gott sei Dank haben wir bald Erfolg, denn nach einer Wochen traut sich Aisha ohne Probleme ins Haus, und ich beginne, sie aus der Hand zu füttern. Der Anfang für eine enge Beziehung zwischen Aisha und mir ist gemacht.

Geduld zahlt sich aus
Sie faßt auch zu allen Familienangehörigen Vertrauen, besonders Kinder schließt sie ins Herz. Sie geht mit ihnen gerne spazieren und tobt mit ihnen herum. Beim Federball spielen stellt sie sich nun zwischen uns und wedelt mit dem Schwanz. Wir stellen begeistert fest, dass Aisha auch fröhlich sein kann.

Schwerer Abschied
Neun Monate hat Aishas Lehrzeit in unserer Pflegestelle gedauert, bis überhaupt an eine Vermittlung zu denken war. Es fällt mir sehr schwer, Aisha abzugeben – einen Hund, in den man neun Monate Herzblut und Arbeit gesteckt hat. Aber ich weiß auch, dass noch viele Aishas auf eine solche Starthilfe warten. Über die Sendung ‚Tiere suchen ein Zuhause’ findet Aisha ein wunderbares Zuhause in Travemünde. Tägliche Spaziergänge an der Ostsee, Hundetraining, ganz viel Liebe und Zuwendung bekommt unser Schützling dort. Besser hätte sie es nirgenwo antreffen können.

Antje Firmenich

 

Einfach  entsorgt

Astor schaut unter seinen buschigen Augenbrauen hervor und sein Blick trifft die Fernseh-Zuschauer ins Herz. Dann rollt sich der große Drahthaar-Rüde genüßlich auf den Rücken und läßt sich von TV-Moderatorin Claudia Ludwig den Bauch kraulen. Als er wieder aufsteht, sieht man den kahlen Rücken. Nur noch nackte Haut.

Seine große Chance
Wir sind mit Astor im Aufnahmestudio des WDR. Unser 12jähriger Hundesenior wird von Fernsehmoderatorin Claudia Ludwig als Notfall in der Sendung ‚Tiere suchen ein Zuhause’ vorgestellt. Als wir mit Astor das Studiogelände betreten, schauen alle anderen Tierschützer erschrocken auf unseren Hund. „Was ist denn mit dem passiert?“ fragen sie. Ja, selbst Tierschützer, die schon viel Elend gesehen haben, sind schockiert über Astors Anblick.

In den Zwinger abgeschoben
In seiner Jugend war Astor sicherlich einmal ein Prachtbursche, reinrassig, stattliche Figur, kräftige Muskeln und eine Ausbildung zum Jagdhund. In jungen Jahren durfte er mit zur Jagd – doch dann verlor sein Besitzer das Interesse und Astor landete im Zwinger auf einem Gewerbegrundstück. Dort verbrachte er viele Jahre seines Lebens. Als der Betrieb geschlossen wurde, war guter Rat teuer. Wohin mit dem Hund?

Ausrangiert
Für Astor blieb der Weg zum Tierarzt – er sollte hier entsorgt, d. h. eingeschläfert werden. Doch soweit kam es nicht. Der Tierarzt spielte nicht mit. Er weigerte sich, den – abgesehen von seinem kahlen Rücken – gesunden Hundsenior einzuschläfern. Die anwesende Tierarzthelferin konnte das Elend nicht länger mit ansehen. Nachdem Astor tierärztlich versorgt und vor allem gründlich entfloht war, nahm sie ihn vorläufig mit nach Hause und rettete ihm so das Leben.

Zuhause für immer
Die junge Frau nahm Kontakt zu unserem Verein auf, damit wir für Astor ein neues Zuhause finden. Und das fand er – dank der Sendung „Tiere suchen eine Zuhause.“ Nach der Sendung stand das Telefon nicht still. Mehr als 30 Leute riefen aus ganz Deutschland für Astor an.  Unser Hundesenior zog nach Kiel, wo er in vollen Zügen seinen Lebensabend genießen konnte. Kleine Apportierübungen, Spaziergänge am Strand und ein Bad in der Ostsee gehörten zu seinen täglichen Freuden, bis er dann eines Tages die Augen für immer schloß. Wir danken der Familie Hahn aus Kiel, dass sie Astor die schönste Zeit seines Lebens geschenkt haben. Auch wenn sie leider viel zu kurz war.

Antje Firmenich

Ungewöhnlicher Beifahrer

Eine aufgeregte Frau am anderen Ende der Leitung. Ihre Geschichte klang nicht gerade glaubwürdig. „Ein Freund von mir fuhr heute über die Autobahn und hörte merkwürdige Geräusche in seinem Wagen. Nach 75 km verließ er die Autobahn und fuhr eine Tankstelle an, um einen Blick auf den Motor zu werfen. Als er die Motorhaube öffnete, staunte er nicht schlecht “, erzählt die Anruferin. „ In der Nähe des Kühlers lag ein ca. neun Wochen alter Kater. Beim Bergen des Tieres hat sich mein Freund ganz schön an der Hand verbrannt.“lucky-motorhaube

Ein Wunder
Kurze Zeit später stand die Anruferin mit dem Kater vor unserer Tür. Hätte der kleine Kerl nicht wie ein verbrannter Autoreifen gestunken, wären uns spätestens beim Anblick des Tieres Zweifel an der Geschichte gekommen. Er hatte wahrhaftig keinerlei Verbrennungen. Dies grenzt an ein Wunder, wenn man bedenkt, welch eine enorme Hitze sich bei fahrenden Autos im Motorraum entwickelt.

Blind für immer?
Die Augen des Tieres hatten allerdings Schaden genommen. Das eine Auge war stark getrübt und das andere wirkte verschrumpelt. Nach Absprache mit unserer Tierärztin spülten wir nun alle zwei Stunden die Augen und versorgten sie mit Salbe.  Am nächsten Tag bestätigte die Tierärztin, dass in einem Auge die Flüssigkeit fehlte. Die Vorkammer dieses Auges war geplatzt und das Auge ausgelaufen. Das andere Auge war getrübt. Ansonsten ging es dem kleinen Racker erstaunlich gut. Er fiel über das Futter her und fraß wie ein kleiner Scheunendrescher.

So ein Glückspilz
Der kleine Kerl hat wirklich Glück im Unglück gehabt. Könnte es einen besseren Namen als „Lucky“ für ihn geben?! Lucky entwickelte sich prächtig und allmählich zeigte sich, dass er auf dem getrübten Auge noch etwas sehen konnte. Ab und an stieß er zwar beim wilden Spielen und Toben mit unseren Katzen gegen ein Stuhlbein oder Möbelstück. Dies passierte ihm jedoch nur einmal an dieser Stelle. Ein paar Monate später konnte unser Sorgenkater vermittelt werden. Lucky hat nun ein wunderbares Sofa zum Kuscheln gefunden und fühlt sich pudelwohl. Nur Auto fahren, da ist sich der kleine Kater ganz sicher, will er in Zukunft nicht mehr….

Jessica Stoll

Keine Angst vor der Angst

Spät in der Nacht. Vor unserem Haus hält das Einsatzfahrzeug des Tierschutzvereins. Die Heckklappe wird geöffnet, ganz hinten steht eine Transportbox, aus der mich zwei Augenpaare panisch anblicken. Es sind zwei rumänische Straßenhunde, die zu mir in die Pflegestelle kommen. Mühsam holen wir die sich sträubenden Hunde aus der Box heraus. Nr. 44 und Nr. 45 steht auf einem weißen Stoffbändchen an ihrem Hals. Später werden wir sie Max und Moritz nennen.

Zwei Bündel Angst
Ich trage die beiden Bündel Angst in unser Haus, nicht ahnend, dass ein ganzes Jahr vergehen wird, bis die beiden in der Lage sein werden, menschliche Nähe zu suchen, anstatt ihr auszuweichen. In den nächsten Tagen wird deutlich, wie schlecht es Max und Moritz in Rumänien ergangen sein muss. Sobald sich ihnen eine menschliche Hand nähert, flüchten sie erschrocken. Wir lassen die Hunde vollkommen in Ruhe. Sie bekommen ihr Futter und werden so wenig wie möglich beachtet. Immer wieder huschen sie schnell in den Garten, wo sie dann eines Tages beginnen, miteinander zu spielen. Danach vergehen noch viele Wochen, bis wir sie endlich streicheln können.

Der Weg nach draußen
Monate später haben die beiden Hunde soviel Vertrauen, dass ich sie mit vielen Leckerchen und täglichem Training im vertrauten Garten an die Leine gewöhne. Dann kommt der große Tag, an dem wir uns vor das Gartentor wagen. Nur wenige Meter schaffen wir nach draußen, doch ich bin überglücklich. Die Neugierde von Max und Moritz wird nun täglich größer und damit auch die Strecken, die wir draußen zurücklegen.

Abschied von Max
Max findet als erster ein Zuhause. Sein zukünftiges Herrchen hat Geduld mit ihm und kommt mehrere Wochen täglich, um mit Max Freundschaft zu schließen. Der endgültige Schritt in sein neues Zuhause ist für Max deshalb nicht mehr schwer. Max wird ein anhänglicher und gehorsamer Hund, der sein Herrchen beim Joggen ohne Leine begleitet.

TV-Auftritt für Moritz
Moritz soll in der Sendung ‚Tiere suchen ein Zuhause’ vorgestellt werden. Ich bereite ihn wochenlang auf diesen aufregenden Tag vor. Belebte Straßen sind nun unser Ziel, wir stellen uns vor Schule und Kindergarten, vor Geschäfte und gehen sogar in eine volle Eisdiele. Den Tag beim WDR mit vielen fremden Menschen, Kameras, bellenden Hunden, miauenden Katzen und Hektik meistert Moritz mit absoluter Ruhe. Seine bernsteinfarbenen Augen blicken in Großaufnahme in die Kamera…

Wie es weiter ging
Lassen wir Moritz erzählen, wie es weiterging: „Plötzlich klingelte ständig bei uns im Haus das Telefon. Mein Pflegefrauchen saß nur noch am Telefon und erzählte von mir. Dann kam DER Anruf. Heike und die Anruferin haben sich gleich gut verstanden. Es wurde ein Termin ausgemacht, an dem die Anruferin vorbeikommen sollte. Sie war eine ganz normale Zweibeiner-Frau, aber sie hat etwas Seltsames getan. Sie hat mich gar nicht beachtet. Jedenfalls dachte ich das. Da wurde ich ein bisschen neugierig. Sie hatte auch noch ein fesches Hundemädchen dabei. Aber auch die wollte nichts von mir wissen. Nach einem ausgiebigen Spaziergang legte ich mich bei der Zweibeinerin halb auf den Schoß. Heute lebe ich bei ihr und ihrer Familie. Ich spiele und tobe mit den Kindern und werde natürlich auch ein bisschen erzogen. Ich wünsche allen ängstlichen Artgenossen, dass sie auch jemanden finden, der keine Angst vor der Angst hat.

Heike Reichelt und Constanze Jay-Hourticolon

Ein Pferd namens Hiwa

Der zweijährige Württemberger Wallach Hiwa hat einen vielversprechenden Namen. ‚Hiwa’ bedeutet auf Kurdisch ‚Hoffnung‘ – Es ist die Hoffnung auf ein besseres Leben.

Sprung ins Unglück
Der braune Wallach wollte über seine Boxentür springen. Vermutlich war er ungeduldig, weil seine Pferdefreunde vor ihm hinaus auf die Koppel kamen. Er mußte hinter ihnen her. Ein Sprung, er blieb hängen, zappelte, strampelte, wieherte verzweifelt und fiel irgendwann in die Box zurück. Dort blieb er stark verletzt liegen. Ein Tag, zwei Tage… die Tage wurden zu Wochen. Lapidar meinte der schließlich hinzugezogene Tierarzt: „Irgendwann wird der schon wieder aufstehen.“ Und so ließ man ihn liegen. Ganze drei Wochen!hiwa15-1500

Bild des Jammers
Als der Braune sich endlich wieder aufgerichtet hatte, bot er ein Bild des Jammers. Abgemagert bis auf die Knochen stand er dort. Er hätte dringend aufgepäppelt werden müssen. Doch für ihn gab es weiter ausschließlich Silage. Was für die Kühe gut genug ist, muss auch dem Pferd reichen, so die Ansicht seines Besitzers.

Nahende Rettung
Eine junge Frau bat unsere Pferdefrau, Annette Vossel, um Hilfe. Vossel: „Ich habe das Pferd in die Tierklinik gefahren. Es war ein Bild des Grauens – der Wallach war vollkommen verängstigt und ausgemergelt. Man konnte die Rippen zählen.“ Diagnose: Beckenbruch! Pferde mit Beckenbruch werden üblicherweise sofort eingeschläfert, weil ein solcher Bruch bei einem Pferd mit massivsten Schmerzen verbunden ist. Da sich das Tier aber aus eigener Kraft selbst aufgerichtet hatte und die schlimmsten Schmerzen nun überstanden waren, habe der braune Wallach nun gute Chancen auf Heilung, so der Tierarzt.

Westerwald-Erholung
Vossel brachte das Pferd zu einer Pferdeliebhaberin in den Westerwald. Hier bekam Hiwa alles, was er sein ganzes Leben lang vermißt hatte: gutes Futter, Pflege, Erziehung, Weidegang und viel Kontakt zu Artgenossen. Hiwa blühte sichtlich auf.

Galopp ins Glück
Acht Monate später kommt Annette Vossel zum Pferdehof und hält nach ihrem Schützling Ausschau. Hiwa ist mit den anderen Pferden auf der Koppel. Es treibt ihr die Tränen in die Augen, wenn sie dieses wunderschöne Pferd beobachtet. Hiwa hat sie bemerkt und setzt zum Galopp an. Er galoppiert am Zaun vorbei und schaut dabei zu ihr hinüber. Annette Vossel lacht. Fast könnte man meinen, er wolle zu ihr sagen: ‚Danke, dass du die Hoffnung nicht aufgegeben hast.“

Susanne Lucht

Zu alt für einen Hund?

Käthe Zahn kam vom Tierarzt. Sie mußte ihre geliebte Hündin einschläfern lassen. Unendlich traurig betrat sie ihre leere Wohnung. „Das wird sich nach ein paar Tagen schon legen“, dachte die Rentnerin und hoffte, dass die Zeit auch diese Wunde heilen wird.  Doch nichts war mehr so wie früher. Die Seniorin vermisste ihre Hündin schmerzlich. Die gemeinsamen Spaziergänge, die Schmusestunden auf dem Sofa.

Unerträgliche Leere
Irgendwann konnte Käthe Zahn diese Leere um sich herum nicht mehr ertragen und rief bei uns an. Seit vielen Jahren ist sie Mitglied im Tierschutz Siebengebirge.  „Ich hätte doch so gerne wieder einen Hund. Einen älteren, ruhigen, der zu mir passt“, erzählte sie. Käthe Zahn ist mit ihren 82 Jahren eine körperlich und geistig agile Dame. Deshalb stand für uns schnell fest, dass wir ihr auf der Suche nach einem Hund behilflich sein wollten.

Die Suche begann
Wir begannen nach einer passenden Hündin Ausschau zu halten – und wurden schon bald fündig: die achtjährige Mischlingshündin Sandy war genau die Richtige. Mit großer Vorfreude richtete Käthe Zahn alles für ihr Mädchen her. Ein kuscheliges Hundekörbchen, Schlafdecke fürs Sofa, kleine Näpfe, Leckerchen. Ihre Freude kannte keine Grenzen, als sie dann endlich ihr kleines, zierliches Hundemädchen in die Arme schließen konnte. Käthe Zahn und die bescheidene Sandy haben sich gesucht und gefunden. Die beiden ergänzen sich prima und  brauchen einander. Für beide ist dies ein großes Glück.

Anmerkung des Vorstands
Leider werden Senioren in vielen Tierheimen und Tierschutzvereinen auf Grund ihres Alters abgewiesen. Aber viele 75-jährige sind körperlich und geistig agil, gehen gerne spazieren und sind durchaus in der Lage, einen Hund gut zu versorgen. Wenn nicht im Rentenalter, wann dann?
Käthe Zahn haben wir versprochen, dass wir ihre Hündin wieder in unserem Verein aufnehmen, sollte ihr etwas zustoßen und sie die Hündin nicht mehr versorgen können.

Andrea Czapek

Nummer 40125

Irgendwo im Hinterland von Gran Canaria. Ohrenbetäubender Lärm. Es riecht nach Kot, Urin, Stress und Angst. Ich gehe den langen Gang entlang. Gitterstäbe überall. Hundenasen zwängen sich neugrierig durch die engen Zwischenräume. Ein Zwergpudel wedelt wie verrückt mit seinem Stummel-Schwänzchen, ein weißer Wuschel-Mix springt immer wieder gegen das Gitter. In der Ecke liegt eine ältere Schäferhündin. Sie scheint sich bereits in ihr Schicksal ergeben zu haben und bleibt einfach liegen.

Qual der Wahl
Ich bin in einer Hunde-Tötungsanstalt auf Gran Canaria und werde zumindest einen der Hunde hier retten und mit nach Deutschland nehmen. Als ich den Gang entlang gehe, schaue ich plötzlich in die traurigen Augen einer Dackel-Beagle-Hündin. Sie steht ganz ruhig hinter dem Gitter und schaut mich nur an. Als ich weiter gehen will, legt sie den Kopf in den Nacken und heult wie ein Wolf. Die Hündin hat keinen Namen. Nur eine Nummer steht auf dem Plastikbändchen an ihrem Hals. 40125.

Rückflug mit Nummer im Gepäck
Wir sitzen im Flieger nach Köln. Im Bauch des Flugzeuges schlummert 40125 in ihrer Transportbox. Ob ich für die Hündin eine gute Familie in Deutschland finde? Als Pflegestelle des Tierschutz Siebengebirge habe ich schon vielen Hunden den Weg in ein neues Leben geebnet. Um mich abzulenken, blättere ich in einem Magazin und lese einen Artikel über die Designerin Jette Joop. Das war’s: ‚Jette’ – so sollte die Nummer 40125 mit den schönen Augen heißen.

Angst vor dem Alleinsein
Jette stand in der Zeitung, und es gab viele Anrufe für sie. Alle suchten einen lieben, anhänglichen Hund vom Tierschutz. Doch ein Hund, der nicht allein bleiben mag? Nein, da waren die Gespräche schnell beendet. Wir gaben die Hoffnung nicht auf. Irgendwann würden sich schon die Richtigen für Jette melden.

Geduld zahlt sich aus
Werner und Gisela Vendel waren ‚die Richtigen‘. Jette durfte sie immer begleiten. Ob zum Steuerberater oder zur Party. Jette war dabei – ansonsten gingen die Vendels eben auch nicht. Durch diesen rührenden Einsatz ihrer neuen Menschen faßte Jette nach Monaten Vertrauen und blieb auch irgendwann allein zu Hause. Sie wußte, sie würde hier nicht mehr verlassen werden. Und Familie Vendel hatte den treusten Hund gefunden, den sie sich wünschen konnte.

Antje Firmenich

Lisa – vom Streuner zum Business-Hund

Unsere Lisa ist ein ehemaliger Straßenhund aus Andalusien. Sie wurde vom Tier-, Natur und Artenschutz Siebengebirge e.V. gerettet und verbrachte einige Monate bei einer Pflegefamilie des Tierschutzvereins. Dort wurde dieser stark verunsicherte, völlig abgemagerte und verwahrloste Hund psychisch und physisch wieder aufgebaut und auf das Leben als Familienhund vorbereitet. Lisa war immer noch sehr ängstlich, als wir sie kennen lernten.

Gut geprüft
Die Pflegefamilie nahm uns genau ‚unter die Lupe’, wollte sie doch ganz sicher gehen, dass Lisa es bei uns gut hatte. Es war ihr auch wichtig, dass die Chemie zwischen Lisa und ihrer neuen Familie stimmte. In einem netten Gespräch wurden Lebensbedingungen, Urlaubssituation, Arbeitsalltag etc. diskutiert. Wir fanden es sehr positiv, dass die Pflegestelle so gewissenhaft prüfte, ob alles passte.

Ungewohntes Leben
Als Lisa in unser Haus kam, musste sie noch viel lernen. Geräuschvolle Haushaltsgeräte machten ihr große Angst. Autofahren fand sie ebenfalls schrecklich. All die Dinge eines zivilisierten Lebens waren ihr eben fremd. Da ich volle Tage berufstätig bin, kommt Lisa täglich mit ins Büro. Was für eine Umstellung für eine ehemalige Streunerin! Anfangs lag sie unter meinem Schreibtisch und knurrte meine Kollegen unsicher an. Heutzutage stürmt sie morgens voller Elan auf ihren Platz, manchmal jault sie dabei sogar vor Freude – und sie ist der Liebling aller Kollegen.

Kleiner Angsthase
Anfänglich scheute Lisa vor den Hunden unserer Nachbarschaft zurück. Bei den morgendlichen Hundetreffen drückte sie sich am Rand der Spielwiese herum. Ihr standen die Haare zu Berge. Die ganze Körperhaltung sagte: „Lasst mich bloß in Ruhe“. Doch mit der Zeit änderte sich auch dieses Verhalten. Lisa nahm vorsichtig Kontakt mit den anderen Hunden auf, und heutzutage hat sie sich auf der „Rudel-Leiter“ bis auf Platz 2 hochgearbeitet. Sie stürzt sich morgens wild ins Spiel und in Verfolgungsjagden.

Immer wieder so
Aufgrund meiner positiven Erfahrung mit Lisa würde ich immer wieder einen erwachsenen Hund aufnehmen. Obwohl wir bei Lisa die so viel gepriesene „Prägephase“ nicht miterlebt haben, erwies sie sich als sehr anpassungsfähig. Sie hat sich in unsere Familie mit viel Charme und Geschick eingefügt. Wir hätten uns keinen besseren Hund wünschen können und wären froh, wenn auch andere erwachsene Hunde eine zweite Chance bekämen.

Sabine Maar, Remscheid

Perle aus der Kiste

Viele Stunden am Tag verbrachte die 12jährige Dackelhündin Perle in einer Holzkiste in der Garage. Früher war das anders. Da lebte sie im Haus  und ihre Menschen hatten Zeit für sie. Doch dann gingen ihre Menschen plötzlich viele Stunden am Tag aus dem Haus und sie blieb allein zurück. Sie bellte viel, weil sie sich einsam fühlte. Auch konnte sie in ihrem Alter nicht so viele Stunden ‚einhalten‘ und so manches Bächlein fand sich auf dem Teppich wieder. Das war der Grund, warum Perle nun ihre Tage in der Kiste in der Garage verbrachte, bis ihre Menschen nach zehn Stunden von der Arbeit nach Hause kamen….

Unerwarteter Besuch
Eines Tages kam Besuch für Perle. Jemand vom Tierschutz. Und ehe sich Perle versah, wohnte sie woanders. Bei einer Pflegestelle des Tierschutzvereins. Hier war immer jemand da. Alle paar Stunden gab es kleine Spaziergänge oder Ausflüge in den Garten. Von Unsauberkeit keine Spur mehr. Die beiden großen Hunde waren auch nett und mit einem gezielten Schnappen in das Ohr des Collies hatte Perle diesem auch gleich klar gemacht, wem der orange Fressnapf gehört.

Im Fernsehen
Dann kam Perles großer Auftritt. Mit drei weiteren Hunden des Tierschutzvereins ging es nach Köln ins WDR-Fernsehstudio für die Sendung ‚Tiere suchen ein Zuhause‘. Beim ersten Drehversuch mit Claudia Ludwig kläffte Perle so vehement und ohne Pause in die Kamera, dass die Moderatorin ihr eigenes Wort nicht mehr verstand. ‚Wiederholung!“ schrie der Regisseur, „stell mal einer den Dackel ab.“ Das Machtwort tat seine Wirkung. Perle zeigte sich plötzlich von ihrer besten Seite. Mit wachen Augen und gespitzten Ohren schaute sie in die Kamera – und eroberte die Herzen vieler Zuschauer im Sturm. Schon fünf Minuten nach der Sendung stand das Telefon nicht mehr still. Alle wollten unsere Dackelseniorin!

Und heute?
Perle lebte noch fünf Jahre bei einer netten Familie in Köln. Sie konnte ihr Leben in einem Haus mit Garten und in der Gesellschaft von zwei weiteren Dackeln in vollen Zügen genießen und entschlief im stolzen Alter von 17 Jahren in den Armen ihres geliebten Herrchens.

Antje Firmenich


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