Vögel

Sie haben einen Vogel?

Nur einen? Die meisten Vögel brauchen Gesellschaft von Artgenossen, um glücklich und gesund zu sein. Möglicherweise ist Ihnen ein Wellensittich gestorben und Sie suchen nach einem nicht mehr jungen Partner für den hinterbliebenen Vogel? Bitte schauen Sie unter unserer Rubrik ‚Vermittlung‘. Vielleicht finden Sie dort den richtigen Partner für Ihren Einzelvogel oder sogar gleich mehrere zusammen passende Vögel.

 

Artgerechte Haltung von Wellensittichen und Kanarienvögeln

Hier schließen wir uns den Empfehlungen des deutschen Tierschutzbundes e.V. an:

Schwarmvögel brauchen Gesellschaft
„Die Wildform der Kanarienvögel ist auf den Kanarischen Inseln zu finden, während der Wellensittich ursprünglich aus Australien stammt. Bei beiden handelt es sich um gesellig lebende Vögel. Wellensittich-Schwärme in Australien können aus Hunderten von Tieren bestehen. Sie sollten daher bei uns auf keinen Fall alleine gehalten werden.

Bedürfnisse kennen
Wer Vögel ins Haus nimmt, muss sich über die Bedürfnisse der neue Hausgenossen im Klaren sein. Man sollte auch wissen, dass diese Kleinvögel etwa 10 bis 12 Jahre alt werden. Da das Fliegen für Vögel eine Notwendigkeit ist, müssen sie im Käfig wenigstens ein paar Flügelschläge machen können, wenn sie sich von einer Stange zur anderen bewegen. Dadurch werden die Muskeln gekräftigt und der Vogel bleibt gesund. Kanarienvögel und Wellensittiche benötigen täglich freien Flug in der Wohnung. Zur Futteraufnahme kehren die Vögel von selbst in den Käfig zurück.

Gefahren beim Freiflug in der Wohnung
Der Freiflug sollte unter Aufsicht statt finden, da die Wohnung doch allerlei Gefahren für den Vogel birgt: geöffnete oder gekippte Fenster, giftige Zimmerpflanzen, Spalten zwischen Wand und Möbeln, Vasen und andere Ziergefäße, aus denen sich der Vogel nicht mehr selbst befreien kann. Aber auch brennende Kerzen, heiße Herdplatten, offene Kochtöpfe mit heißen Speisen, mit Wasser gefüllte Gefäße wie große Gießkannen, in denen die Tiere ertrinken können.

Umgang mit Vögeln
Vögel gewöhnen sich schnell an den Menschen, je ruhiger man mit ihnen umgeht. Also schnelle Bewegungen und lautes Anreden vermeiden. Leckerbissen, die man zuerst ans Käfiggitter steckt, können später vor der offenen Käfigtür auf einem Löffel und schließlich auf der Hand angeboten werden. Wenn sich ein Vogel nähert und das Futter annimmt, sollte man allerdings nicht versuchen, ihn zu fangen, weil er das gerade gewonnene Vertrauen gleich wieder verlieren würde.

Keine Einzelhaft
Wellensittiche und Kanarienvögel sind gesellige Tiere und langweilen sich leicht, wenn sie keine Sozialkontakte haben. Einzelhaltung ist daher nicht artgerecht. Sie müssen zumindest zu zweit gehalten werden. Dies macht selbstverständlich die menschliche Zuwendung und Fürsorge nicht überflüssig.
Auch bei Haltung mehrerer Vögel kann man durch entsprechend intensive Beschäftigung erreichen, dass die Tiere zahm werden. Die Begründung, dass sich ein einzeln gehaltener Wellensittich enger an seinen Menschen anschließt, stimmt so nicht und darf auch nicht als Entschuldigung gelten, um einen solchen Schwarmvogel alleine zu halten. Die Tiere suchen notgedrungen den besonders engen Kontakt zum Menschen, um überhaupt Gesellschaft zu haben. Wer jedoch einmal das gesellige Treiben mehrerer Wellensittiche beobachtet hat, ihr fröhliches Spiel, das angeregte Gezwitscher, die gegenseitige Körperpflege, der wird sich an einem traurigen Einzelvogel nicht mehr erfreuen können. Auch mehrere Kanarienvögel lassen ihre melodischen Gesänge hören, wenn auch nicht ganz so intensiv wie ein Einzelvogel – dieser singt sein ganzes Leben lang vergeblich in dem Bemühen, einen Artgenossen anzulocken. Wer Vögel aus ehrlicher Liebe zum Tier hält, wird seine eigenen Bedürfnisse zurückstellen und seinem gefiederten Freund ein möglichst artgerechtes Leben unter Artgenossen ermöglichen.

Der Käfig
Der Käfig sollte mindestens 75 cm lang sein, weil erst bei einem Stangenabstand von 45 cm die Entfernung fliegend und nicht hüpfend von den Vögeln überwunden werden kann. Der Abstand der Sitzstangen von den Käfigwänden sollte mind. 15 cm betragen, damit die Vögel beim Landen nicht gegen die Gitter stoßen bzw. beim Sitzen nicht die Schwanzfedern beschädiget werden. Ein tiergerechter Käfig ist rechteckig, breiter als hoch, die Gitterstäbe sind aus nicht-reflektierendem Metall und quervergittert, damit die Vögel sich daran festhalten können. Rundkäfige bieten den Tieren keine Orientierungshilfe und sind daher abzulehnen. Besonders empfehlenswert sind Zimmervolieren, in denen mehrere Vögle fliegen können und die mit Ästen und Zweigen von ungiftigen Bäumen sowie mit einer flachen Schale als Vogelbad attraktiv gestaltet sind.

Ausstattung des Käfigs:
Trink- und Futternapf
Badewanne
mehrere Sitzstangen verschiedener Dicke
Frucht- und Gemüsehalter
Spielzeug wie Spiegel, Glocke, Schaukel sind sehr beliebt.

Spiegel ist kein Ersatz für Artgenossen
Achtung: Der Spiegel darf nicht als Ersatz für den fehlenden Artgenossen herhalten! Spielzeug muss so im Käfig angebracht sein, dass die Vögel im Flug nicht eingeschränkt sind. Besser als die runden Sitzstangen sind frische Zweige verschiedener Laubbäume, Weide, Pappel, Holunder oder von Obstbäumen. Durch die unterschiedliche Dicke der Zweige wird einer einseitigen Belastung der Füße vorgebeugt, außerdem dienen sie der natürlichen Abnutzung der Krallen. Die Zweige müssen vorher jedoch gut abgewaschen werden, um Rückstände von Pflanzenschutzmitteln zu beseitigen.

Standort des Käfigs
Das Vogelheim sollte ruhig, luftig und sonnig stehen. Allerdings darf der Käfig weder im Luftzug noch in der prallen Sonne stehen. Im Raum sollte eine Zimmertemperatur von 18 bis 20 Grad Celsius herrschen. Vögel betrachten ihre Umgebung am liebsten von oben, deshalb sollte der Käfig erhöht stehen oder hängen. Eine geschlossene Wand auf einer Käfigseite gibt den Vögeln das Gefühl von Sicherheit.

 

Kommentare sind geschlossen.